CDU-Vorsitz: Das will AKK alles anders machen als Angela Merkel

Berlin - Das spannende Rennen um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel (64) an der Parteispitze hat längst begonnen. Dennoch will CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (56) keinen Wahlkampf um den Parteivorsitz gegen andere Bewerber führen.

Wer beerbt Angela Merkel (64) an der CDU-Spitze? Friedrich Merz (62), Annegret Kramp-Karrenbauer (56) oder Jens Spahn (38)? (Bildmontage)
Wer beerbt Angela Merkel (64) an der CDU-Spitze? Friedrich Merz (62), Annegret Kramp-Karrenbauer (56) oder Jens Spahn (38)? (Bildmontage)

Vielmehr wolle sie ein Angebot unter mehreren Möglichkeiten machen, wie die Zukunft der Partei nach 18 Jahren Ära Angela Merkel weitergehen solle, sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwoch bei der Vorstellung ihrer Kandidatur in Berlin.

"AKK" will die Partei im Kräfteverhältnis zur Regierung deutlich aufwerten. In den vergangenen Jahren sei es zu oft so gewesen, dass die Regierung entschieden und die CDU das im Nachhinein mit oder ohne Widerstand akzeptiert habe.

"Wir müssen die Prozesse umkehren." Die Positionsbestimmung müsse zuerst in der Partei stattfinden.

Dann erst könne die Fraktion diese Position in das Regierungshandeln einbringen, erklärte die amtierende CDU-Generalsekretärin.

Kramp-Karrenbauer bezeichnete die ersten Monate der schwarz-roten Koalition als "bleierne Zeit". Sie habe bei ihrer wochenlangen Zuhörtour durch die Partei den Frust der Mitglieder darüber gespürt, was CDU, CSU und SPD in Berlin zu verantworten haben.

Annegret Kramp-Karrenbauer (56) anlässlich ihrer Kandidatur zur CDU-Partei-Chefin in Berlin.
Annegret Kramp-Karrenbauer (56) anlässlich ihrer Kandidatur zur CDU-Partei-Chefin in Berlin.  © dpa/Kay Nietfeld

Mit Blick auf Merkel sagte Kramp-Karrenbauer, man könne eine Ära wie die von Merkel nicht beliebig fortsetzen, man könne sie aber auch nicht rückgängig machen. "Jede Zeit hat ihre Herausforderungen.» Der Nachfolger stehe aber immer auf den Schultern der Vorgänger. Entscheidend sei, was man Neues und Besseres mache. Sie selbst will bei einer Niederlage auf jeden Fall den Posten der Generalsekretärin aufgeben.

In der Flüchtlings- und Migrationspolitik hält sie eine europäische Lösung für nötig. Um wieder mehr Sicherheit, Schutz vor Kriminellen und Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen, müsse eine Lösung für den gesamten Schengenraum gefunden werden.

Es gebe erste Schritte, die reichten aber nicht aus, machte Kramp-Karrenbauer deutlich. Die Europäische Union müsse wieder gestärkt werden. Auf die Vorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron müsse man eine Antwort geben, sagte Kramp-Karrenbauer.

Migration sei zwar nicht Thema Nummer eins, argumentierte sie weiter. Aber das Thema sei da. 2015 könne aber nicht rückabgewickelt werden, sagte die CDU-Generalsekretärin und setzte sich damit ganz offensichtlich von ihrem Mitbewerber Spahn ab. Man müsse damit umgehen. 2015 dürfe sich jedenfalls nicht wiederholen.

Titelfoto: dpa/Kay Nietfeld

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