Zum Schutz vor Terror: Bekommt Berlin bald Nizza-Sperren am Ku'damm?

Nach dem Terroranschlag im Dezember wurden bereits Poller am Breitscheidplatz aufgestellt. (Symbolbild)
Nach dem Terroranschlag im Dezember wurden bereits Poller am Breitscheidplatz aufgestellt. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Berlin - Die Terroranschläge in Europa häufen sich. Im letzten Jahr mussten auch in der Hauptstadt Menschen ihr Leben lassen, als ein Islamist mit einem LKW auf den Weihnachtsmark am Breitscheidplatz fuhr.

Die Vorgehensweise ist bei den Anschlägen oft ähnlich: Ein LKW rast in eine Gruppe von Menschen. Nach dem Terroranschlag am 17. August in Barcelona drängen Händler am Kurfürstendamm nun darauf, Poller in die Einkaufsstraße zu stellen, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

Unterstützung erhalten sie von Innenexperten der CDU, FDP und AfD. Leiter des Untersuchungsausschuss zu Anis Amri, den Attentäter vom Breitscheidplatz, ist Burkard Dregger.

Am Montag äußerte er sich zu dem Vorschlag der Händler: "Poller mögen an ausgewählten Stellen durchaus den Schutz erhören", sagte er.

Innensenator Andreas Geisel ist strickt gegen die Poller in der Hauptstadt.
Innensenator Andreas Geisel ist strickt gegen die Poller in der Hauptstadt.  © DPA

Innensenator Andreas Geisel sieht das jedoch anders. "Ich halte von der Poller-Diskussion nicht viel", gab der SPD-Politiker zu. "Das suggeriert eine Sicherheit, die es nicht geben kann." Laut dem Innensenator würde es keinen Sinn machen, "die ganze Stadt zu verpollern".

Es würde lediglich für mehr Paranoia in der Bevölkerung sorgen, warnte Geisel. "Die Terroristen wollen, dass wir unsere Lebensweise ändern, doch als offene und freie Gesellschaft müssen wir uns möglichst unbeeindruckt zeigen."

Statt in Panik zu verfallen, wurde das Sicherheitskonzept in Berlin erweitert und die Polizeipräsenz erhöht. "Bei Großveranstaltungen wie an Silvester richten wir zudem Kfz-freie Zonen ein", so Geisel.

Am Breitscheidplatz wurden nach dem Terroranschlag im Dezember Poller aufgestellt, doch die sollen die Ausnahme bleiben. "Wenn einzelne Geschäftsleute Poller auf den Bürgersteig aufstellen wollen, dann müssen sie das mit den Bezirken abstimmen."

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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