Berliner Clubs Schuld an Suff-Teenies? Das sagen Suchthelfer

Die "Druckbetankung" ist auch unter Jugendlichen gern gesehen und sorgt für nötigen Spaß. (Symbolbild)
Die "Druckbetankung" ist auch unter Jugendlichen gern gesehen und sorgt für nötigen Spaß. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Berlin - Am Alkoholmissbrauch von Jugendlichen in Berliner Diskotheken sind die Betreiber aus Sicht der Fachstelle für Suchtprävention nicht unschuldig.

Die Club-Inhaber nähmen ihre Aufgaben beim Jugendschutz nicht immer ausreichend wahr, sagte die Geschäftsführerin der Einrichtung, Kerstin Jüngling, der Deutschen Presse-Agentur.

Vor wenigen Wochen hatte die Berliner Polizei eine volltrunkene 16-Jährige in einem Vorraum neben einer Diskothek aufgegriffen, wie TAG24 berichtete.

Die Club-Betreiber sehen die Probleme woanders. Wegen der hohen Preise sei der Alkoholmissbrauch in Clubs "verglichen zum Verkauf in Spätis oder Supermärkten unerheblich", meint Lutz Leichsenring, der Sprecher der Clubcommission, einem Zusammenschluss von Berliner Partyveranstaltern.

Die 16-Jährige, die die Polizisten im Vorraum der Diskothek aufgriffen, hatte 2,6 Promille im Blut. (Bildmontage)
Die 16-Jährige, die die Polizisten im Vorraum der Diskothek aufgriffen, hatte 2,6 Promille im Blut. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Um einen Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz zu ahnden, müsse das Vergehen auf frischer Tat festgestellt werden, erklärt Norbert Kirchner vom Ordnungsamt Lichtenberg - ein großes Problem für die Kontrolleure.

Jüngling sieht in einer strengeren Überprüfung der Clubs keine ausreichende Lösung. Viel eher müssten die Mitarbeiter an der Bar besser ausgebildet und Diskotheken-Betreiber zu mehr Aufklärung bereit sein. "Wir brauchen einen Kulturwandel", betont Jüngling.

Der Einsatz von jugendlichen Testkäufern wie im Einzelhandel ist für Diskotheken bislang nicht vorgesehen, wie mehrere Berliner Ordnungsämter auf Anfrage mitteilten.


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