Wird die umstrittene Einheitswippe etwa auf die Wiese vor den Reichstag gebaut?

Berlin - Neue Idee für das in Berlin geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal: Nach Meinung des Berliner Vereins Historische Mitte sollte die sogenannte Einheitswippe auf der Wiese vor dem Reichstag statt am wiederaufgebauten Berlin Schloss entstehen.

Der Platz der Republik vor dem Reichstag bietet sich als Standort für das Einheitsdenkmal an.
Der Platz der Republik vor dem Reichstag bietet sich als Standort für das Einheitsdenkmal an.  © dpa/Paul Zinken

Der Platz der Republik sei momentan "schrecklich leer", an dem vorgesehenen Standort zwischen Schloss und Spreekanal hingegen sei es insbesondere bei Großveranstaltungen viel zu eng, sagte die Vereinsvorsitzende Annette Ahme dem Tagesspiegel.

Unterstützung kommt von der Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten und Vize-Fraktionschefin Eva Högl (49): "Das ist eine sehr charmante Idee", so die Politikerin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Das Einheitsdenkmal würde sich ihrer Ansicht nach gut einfügen in die Planungen für den Platz der Republik, wo ein neues Besucherzentrum für den Bundestag entstehe und ein Bürgerforum geplant sei: "Das könnte ganz gut passen."

Statt wie hier am neuen Schloss könnte die "Einheitswippe" auch vor den Reichstag kommen. (Illustration)
Statt wie hier am neuen Schloss könnte die "Einheitswippe" auch vor den Reichstag kommen. (Illustration)  © Handout/Milla&Partner/Sasha Waltz/dpa

Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (56, CDU) verwies auf dpa-Anfrage darauf, dass es zum Standort des Denkmals einen eindeutigen Beschluss des Bundestages gebe: "Der gilt weiterhin."

Über das Projekt eines Einheits- und Freiheitsdenkmals wird schon über zehn Jahre diskutiert. Der Bundestag hatte den Bau 2007 beschlossen und das Votum 2008 nochmals bekräftigt.

Dennoch stoppte der Haushaltsausschuss das Projekt 2016, nachdem die Kosten von 10 auf 15 Millionen Euro gestiegen waren.

Im vergangenen Jahr entschied der Bundestag dann, das Denkmal doch zu bauen (TAG24 berichtete). Inzwischen sind für die Umsetzung des Wippen-Entwurfs von Johannes Milla am Schloss gut 17 Millionen Euro veranschlagt.

Ob die anvisierte Eröffnung auf dem früheren Sockel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals zum 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2019 noch klappt, ist offen. Zumindest gibt es aktuell keine sichtbaren Bauarbeiten.

Titelfoto: Handout/Milla&Partner/Sasha Waltz/dpa


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