Jetzt sind auch die Spatzen vom Aussterben bedroht!

Der Spatz ist ein sehr geselliger Vogel. Er mag es, wenn viele Artgenossen um ihn herum sind.
Der Spatz ist ein sehr geselliger Vogel. Er mag es, wenn viele Artgenossen um ihn herum sind.  © Maurizio Gambarini/dpa

Berlin - Sie sind klein und frech. Manchmal hüpfen sie auf die Tische im Café. Man kann sie auf Stromleitungen sitzen sehen oder sie flattern durch die Fußgängerzone. Die Rede ist vom Haussperling, auch Spatz genannt.

Die Tiere sind Kulturfolger. Das bedeutet, sie sind dem Menschen irgendwann einmal in die Dörfer und Städte gefolgt. Denn dort fanden die Tiere immer genug Nahrung.

"Spatzen ernähren sich vegetarisch. Sie fressen besonders gerne Körner und Samen. Aber auch Brotkrümel oder andere Essensreste von uns Menschen", erklärt Vogelschützer Marius Adrion.

Eine Ausnahme sind die Spatzen-Küken. Sie bekommen fleischliche Kost in Form von Insekten zu fressen.

Doch auch wenn Spatzen clever und frech sind: Die Tiere haben gleich mehrere Probleme.

Deshalb werden sie immer seltener.

Eine Taxifahrerin vertreibt sich ihre Wartezeit mit dem Verfüttern kleiner Keksstücke an Spatzen vor dem Hauptbahnhof in Berlin.
Eine Taxifahrerin vertreibt sich ihre Wartezeit mit dem Verfüttern kleiner Keksstücke an Spatzen vor dem Hauptbahnhof in Berlin.  © Jörg Carstensen/dpa

Ein Problem ist die Futtersuche. Denn genug zu fressen zu finden, ist gar nicht mehr so einfach. Das hat damit zu tun, dass es in Deutschland immer weniger Insekten gibt. Dadurch finden die Vögel nicht mehr ausreichend Futter für ihren Nachwuchs.

Auch auf den Feldern oder in den Gärten sieht es schlecht aus. Dort gibt es immer weniger Körner und Samen, weil es zu aufgeräumt ist. "Spatzen brauchen unordentliche Ecken, wo Hecken, Kräuter und andere Wildpflanzen wachsen", erklärt der Experte.

Ein anderes Problem sind die Nistplätze. Denn auch davon gibt es immer weniger. "Viele Häuser werden renoviert und bekommen eine glatte Fassade. Früher gab es Nischen, in denen die Spatzen nisten konnten. Die fehlen nun", sagt Marius Adrion.

Dabei bleiben Spatzen ihren Nestern meist treu. "Sie nutzen ein Nest wenn möglich immer wieder", erklärt Marius Adrion. Während andere Vögel oft umherstreifen, bleiben Spatzen gerne im gleichen Gebiet.

Auch im Winter bleiben die Spatzen, wo sie sind. Sie ziehen nicht - wie einige andere Vögel - in den Süden.

Um bei den kalten Temperaturen nicht zu frieren, wachsen den Spatzen im Winter zusätzliche Federn. So bleiben sie schön warm.

Spatzen plantschen an einem Brunnen im Garten des Sukhavati Spiritual Care Centers in Bad Saarow.
Spatzen plantschen an einem Brunnen im Garten des Sukhavati Spiritual Care Centers in Bad Saarow.  © Patrick Pleul/dpa

Titelfoto: Maurizio Gambarini/dpa


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