Diesel-Skandal: Daimler lenkt bei Hardware-Nachrüstungen ein

Berlin - Es tut sich was in puncto Abgas-Skandal: Daimler kommt der Bundesregierung im Streit um die Finanzierung von Hardware-Nachrüstungen bei älteren Diesel-Fahrzeugen einen Schritt entgegen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (44, CSU) hatte zum Diesel-Gipfel geladen. (Symbolbild)
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (44, CSU) hatte zum Diesel-Gipfel geladen. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Daimler sei dazu bereit, Mercedes-Benz-Kunden in "Schwerpunktregionen" mit einem Maximalbetrag von bis 3000 Euro beim Kauf einer Hardware-Nachrüstung eines Drittanbieters zu unterstützen, teilte der Konzern am Donnerstag nach einem Spitzentreffen mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (44, CSU) mit.

Bisher hatte der Konzern einen Betrag von 2400 Euro je Nachrüstung angeboten – das wären 80 Prozent gewesen.

Daimler erklärte weiter, die Nachrüstung müsse vom Kraftfahrt-Bundesamt zertifiziert und zugelassen werden und nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einzufahren.

Schwerpunktregionen sind Städte, die von schlechter Luft besonders belastet sind.

Daimler legt bei der finanziellen Unterstützung seiner Kunden noch eine Schippe Geld drauf. (Symbolbild)
Daimler legt bei der finanziellen Unterstützung seiner Kunden noch eine Schippe Geld drauf. (Symbolbild)  © DPA

Fraglich ist, ob auch VW die 3000 Euro je Nachrüstung zahlen will.

BMW lehnt Hardware-Nachrüstungen weiter ab, wie Konzern-Chef Harald Krüger (53) am Mittwoch in Richtung Bundesregierung deutlich machte (TAG24 berichtete).

"Ihr habt verdammt noch einmal einen riesigen Nachholbedarf, was Rückgewinn von Vertrauen und Imagebildung betrifft", hatte ein verärgerter Minister Scheuer in Richtung Verband der Automobilindustrie gewettert.

Aber immerhin scheint man heute schon wesentlich weiter als noch im April, als sich die deutschen Autobauer kategorisch weigerten, technische Nachrüstungen an Motoren oder Abgasanlagen an Millionen betroffenen Diesel-Autos vorzunehmen (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA

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