Gewinne bei Europawahl: AfD könnte in Sachsen und Brandenburg stärkste Kraft werden

Berlin/Dresden - Die AfD hat bei der Europawahl in Ostdeutschland starke Gewinne verbucht und könnte in Sachsen und Brandenburg stärkste Kraft vor der CDU werden.

Die CDU von Michael Kretschmer kam in Sachsen nur auf 26,3 Prozent.
Die CDU von Michael Kretschmer kam in Sachsen nur auf 26,3 Prozent.  © Robert Michael/dpa

In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegen die Rechtspopulisten nach Zwischenergebnissen jeweils auf dem zweiten Platz hinter der CDU.

Im Vergleich zur Europawahl 2014 gewann die AfD in allen ostdeutschen Flächenländern deutlich zweistellig. Und anders als im Bund konnte die AfD auch im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 ihr damaliges Ergebnis noch einmal leicht verbessern.

Die Europawahl galt auch als Stimmungstest für die im Herbst anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Nachdem die AfD in Sachsen schon bei der Bundestagswahl 2017 auf Platz eins im Freistaat landete, lag sie nach Auszählung der Stimmen von 85 Prozent aller Gemeinden bei 28,9 Prozent, während die CDU von Michael Kretschmer auf 26,3 Prozent der Stimmen kam.

Damit würde die AfD ihr Ergebnis von der Bundestagswahl 2017 (27 Prozent) noch einmal steigern. Bei der Europawahl 2014 war die AfD im Freistaat auf 10,1 Prozent gekommen. In Sachsen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt.

Jörg Urban, Vorsitzender der sächsischen AfD.
Jörg Urban, Vorsitzender der sächsischen AfD.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Auch in Brandenburg lag die AfD nach der Auszählung fast aller Wahlbezirke vorn. Rund drei Monate vor der dortigen Landtagswahl erreichte sie nach Auszählung von rund 95 Prozent der Wahlbezirke am Sonntag 20,3 Prozent der Stimmen. Dies entsprach fast exakt dem Ergebnis bei der Bundestagswahl (20,2) und war eine deutliches Plus im Vergleich zur Europawahl 2014 (8,5).

Die SPD von Regierungschef Dietmar Woidke brach im Vergleich zur Europawahl vor fünf Jahren regelrecht ein und kam mit 17,1 Prozent nur noch auf den dritten Platz. Die CDU lag mit 18,0 Prozent auf dem zweiten Platz.

In Thüringen konnte die CDU ihren Status als stärkste Partei nur knapp gegen die AfD verteidigen. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmbezirke kamen die Christdemokraten auf 25,1 Prozent der Stimmen.

Die AfD verdreifachte ihr Ergebnis von 2014, als sie erstmals bei Europawahlen antrat, auf 23,1 Prozent. Damit legten die Rechtspopulisten auch im Vergleich zur Bundestagswahl (22,7) noch mal leicht zu. In Thüringen wird Ende Oktober ein neuer Landtag gewählt.

Trotz starker Verluste lag auch in Sachsen-Anhalt die CDU vor der AfD. Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke kam die Partei von Ministerpräsident Reiner Haseloff auf 23,3 Prozent der Stimmen. Die AfD erreichte 20,3 Prozent. Damit lag die AfD über ihrem Wahlergebnis bei der Bundestagswahl (19,6 Prozent) und verbesserte sich im Vergleich zur letzten Europawahl (6,3) deutlich.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern lag die CDU vor der AfD: Nach Auszählung von etwa der Hälfte der Wahlbezirke kommen die Christdemokraten auf 25,2 Prozent der Stimmen. Die AfD kam auf 19,8 Prozent.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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