Echo 2018: Kollegah und Farid Bang räumen nach Campino-Diss ab

Berlin - Zum 27. Mal wurde Donnerstagabend in Berlin der Echo verliehen. Deutschland schaute vor allem auf die Rapper Farid Bang und Kollegah. Die sorgten im Vorfeld für Diskussionen.

Gut gelaunt posieren Farid Bang und Kollegah auf dem roten Teppich.
Gut gelaunt posieren Farid Bang und Kollegah auf dem roten Teppich.  © DPA

Vor allem ihre Textzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" aus dem Song "0815" sorgte für reichlich Gesprächsstoff (TAG24 berichtete).

Auch nach der Verleihung dürften die Diskussionen weitergehen. Bei Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit sei eine Grenze überschritten, sagte Toten Hosen Frontmann Campino, als er den Echo entgegen nahm. Verbote und Zensur seien keine Lösung. Aber "Provokation im Rap muss Grenzen haben."

"Ich will hier keine Politikdebatte daraus machen", sagte Kollegah zur Kritik. Später sollte er die Möglichkeit haben sich erneut zu äußern. Er und Farid Bang gewannen in der Kategorie "Hip Hop Urban".

Zuerst funktioniert sein Mikrofon nicht und dann konnte er doch noch ein paar Worte an Campino richten. Er habe sich als moralische Instanz aufgespielt, das gebühre einem so großen Musiker nicht, sagte Kollegah weiter als er den Preis auf der Bühne entgegennahm - und erntete laute Buh-Rufe und Pfiffe aus dem Publikum. Zudem fertigte er noch eine Zeichnung des Musikers an, die er für einen guten Zweck ersteigern lassen wolle.

Preise wurden auch noch verliehen. Während Mark Forster endlich seinen ersten Echo erhielt, konnte Helene Fischer ihren eigenen Rekord weiter ausbauen. Sie steht jetzt bei insgesamt 17. Ed Sheeran konnte sich gleich zwei Trophäen sichern. Er gewann die wichtigen Preise "Hit des Jahres" und "Bestes Album" - war aber selbst nicht in Berlin.

Zuvor hatten Alice Merton (Künstlerin Pop national), Milky Chance (Band Pop national) und Haiyti (Kritikerpreis) Preise abgeräumt. Wincent Weiss gewann die Auszeichnung als nationaler Newcomer. Luis Fonsi wurde als internationaler Newcomer geehrt. Der DJ Robin Schulz gewann den Echo in der Kategorie Dance national. Er konnte den Preis allerdings wegen Krankheit nicht selbst in Empfang nehmen.

Die Echo-Verleihung 2018 zum Nachlesen im Live-Ticker:

23.16 Uhr: Damit ist die Echo-Verleihung 2018 nun auch beendet.

23.15 Uhr: Zusammen mit Wolfgang Niedecken spielen sie "Mighty Quinn".

23.05 Uhr: Wolfgang Niedecken lässt das Leben von Klaus Voormann Revue passieren. Musikgeschichte "Made in Germany". Er erhält den Echo für sein Lebenswerk und zeigt den Publikum wie man Flöte und Bass zugleich spielen kann.

22.58 Uhr: Nun ist es soweit. Farid Bang und Kollegah haben ihren Auftritt. Mit "All Eyes On Us" richten sie nochmal ein paar Worte an Bild und Co. zwecks "Künstlerfreiheit". Ihr Auftritt kommt allerdings nicht besonders gut an. Der Applaus ist eher verhalten.

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22.48 Uhr: Gewonnen hat aber Ed Sheeran.

22.47 Uhr: Der Abend neigt sich dem Ende entgegen. Es geht weiter mit der Königskategorie "Album des Jahres". Nominiert sind hier übrigens auch wieder Kollegah und Farid Bang.

22.45 Uhr: Kaum ist der Auftritt vorbei, kommt Helene Fischer auch schon wieder auf die Bühne. Sie gewinnt in der Katgorie "Schlager".

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22.40 Uhr: Was heißt hier leider. Wir bekommen wohl den Überraschungsauftritt überhaupt. Helene Fischer zeigt sich von einer ganz neuen Seite. Selbst Spanisch ist für Helene kein Problem. Sie legt einen famosen Auftritt hin.

22.36 Uhr: Achtung Ohrwurm: Echo-Gewinner Luis Fonsi spielt den Sommerhit "Despacito". "Leider" ohne Justin Bieber.

22.30 Uhr: Für soziales Engagement wird das PEACE x PEACE-Benefizfestival für Kinder im Krieg und auf der Flucht ausgezeichnet. Ins Leben gerufen wurde das Festival durch Tedros Tewelde und Fetsum Sebha, die den Preis auch entgegennehmen. "Dieser Echo gehört ganz vielen Menschen.", erklären sie in ihrer Dankesrede.

22.13 Uhr: Damit es bei all den Preisen nicht untergeht: Santiano schnappt sich den Echo in der Kategorie "Volkstümlicher Musik".

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22.06 Uhr: Nach einem Auftritt von Gentleman und Mark Forster haben sich die Gemüter wieder beruhigt. Der nächste Echo (Hit des Jahres) geht wenig überraschend an Ed Sheeran.

21.51 Uhr: Es hallt Buhrufe für Kollegah. Er schnappt sich das Mic und schickt Grüße an Campino. Er findet es "relativ stillos" so eine Rede zu halten, nachdem sie sich schon so oft dazu geäußert haben. Der Rapper zeigt erneut sein künstlerisches Talent. Er hat ein Bild von Campino gezeichnet, welches er für einen guten Zweck versteigert. Die Meinung im Netz über den Auftritt geht auseinander.

Kollegah richtet ein paar Worte an Campino

21.56 Uhr: Oha, Kollegah und Farid Bang haben es tatsächlich geschafft.

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21.55 Uhr: Jetzt wird es interessant. Es geht weiter mit Hip Hop Urban. Gewinnen Kollegah und Farid Bang?

21.45 Uhr: Eben wurde er selbst als Newcomer des Jahres ausgezeichnet, nun darf Vincent Weiss den internationalen Newcomer beglückwünschen: Es ist Luis Fonsi. Das Gesicht hinter "Despacito".

21:42 Uhr: In der Werbepause wurde übrigens der Echo für die "Künstlerin International" vergeben. Den sichert sich Pink. Imagine Dragons holt die Tophäe für "Band International".

21.37 Uhr: Bewegender Moment: Julia Engelmann ehrt mit gewohnt starken Worten den verstorben Künstlern des letzten Jahres wie zum Beispiel Linkin Park Frontsänger Chester Bannington.

21.36 Uhr: Was für ein Feuerwerk. Der Newcomer des Jahres ist Vincent Weiss.

21:34 Uhr: Campino ist wieder auf der Bühne. Diesmal äußert er sich aber nicht über Kollegah und Farid Bang, sondern hat als "altes Echo-Gesicht" die Ehre den Echo für den Newcomer des Jahres zu vergeben.

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21.26 Uhr: Normalerweise ist Mark Forster kein Fan von Aftershowparty, doch heute will er sich "wegballern".

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21.25 Uhr: Überraschung: Mark Forster hat endlich seinen Echo (Künstler Pop National). Sieben Mal war er schon nominiert und ging am Ende doch leer aus. Jetzt hat es endlich geklappt. "Ich hatte richtig Bock, heute mal so einen Echo zu gewinnen", scherzt er.

21.19 Uhr: Judith Holofernes verkündet den Gewinner des Kritikerpreises. Gewonnen hat: Rapperin Hayti.

Helene Fischer ist da!

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21.07 Uhr: Darauf haben viele gewartet: Helene Fischer betritt die Bühne. Sie singt im Duett mit Gregor Meyle den herzerwärmenden Song "Lieb mich dann".

20.59 Uhr: Nach Musik von Rita Ora geht es mit der Kategorie "Dance National" weiter. Gewonnen hat Robin Schulz. Der kann den Preis allerdings nicht persönlich entgegennehmen. Mit einer Magenschleimhautentzündung liegt er im Bett.

20.50 Uhr: Kollegah kommt nach der Rede spontan auf die Bühne und stellt klar, dass jeder, der mit ihnen diskutieren wolle, bei der After-Show auf ihn zukommen solle. "Ich will hier keine Politik-Debatte draus machen", sagt Kollegah.

Campino über Kollegah und Farid Bang: "Eine Grenze wurde überschritten"

20.49 Uhr: Campino richtet klare Worte an die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang. Er spricht sich gegen jegliche Form der Diskriminierung aus. Für ihn sei die Grenze überschritten, wenn es um Frauenverachtung, Homophobie und Antisemitismus gehe, sagt der Frontmann der Toten Hosen. Für seine Worte bekommt er viel Applaus.

20.40 Uhr: Campino erklärt, dass er sich viele Gedanken gemacht habe, ob er überhaupt den Echo besucht. Gelohnt hat sich der Besuch auf jeden Fall. Die Toten Hosen sichern sich den Echo in der Kategorie "Rock National". Die Frage ist nur: Wannsee(n) wir sie wieder?

20.37 Uhr: Mit "In my Blood" lässt nun Teenieschwarm Shawn Mendes die Herzen höher schlagen. Das Gekreische ist groß.

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20.31 Uhr: Nach dem Auftritt ist vor der nächsten Verleihung. Es geht weiter mit der Band Pop National. Den Echo sichert sich Milky Chance.

20.25 Uhr: Als erster Live-Act des Abends singt Rea Garvey zusammen mit Kool Savas "Is it Love".

20.20 Uhr: Mark Forster überreicht den ersten Echo. Den schnappt sich Shootingstar Alice Merton in der Kategorie "Künstlerin Pop National".

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20.15 Uhr: Noch bevor es losgeht, haben wir auch schon den ersten kleinen Seitenhieb: Moderatorin Jeanine Michaelsen hat ein Schild mitgebracht. Darauf steht: "Gegen Menschenverachtung". Wohl ein deutliches Zeichen in Richtung Kollegah und Farid Bang.

Jeanine Michaelsen vor der Verleihung.
Jeanine Michaelsen vor der Verleihung.  © DPA