Nach Echo-Skandal um Farid Bang und Kollegah: Musikpreis wird abgeschafft

Berlin - "Den 'Echo' wird es so nicht mehr geben." Ein Statement, dass für Aufsehen in der Musikwelt sorgt! Der Bundesverband Musikindustrie hat das Aus für den Preis in seiner jetzigen Form nun offiziell verkündet.

Die 27. Echo-Verleihung, wird die letzte bleiben.
Die 27. Echo-Verleihung, wird die letzte bleiben.  © DPA

Nach der Skandal-Verleihung des Preises an die Rapper Kollegah (33) und Farid Bang (31) gaben reihenweise ehemalige Preisträger ihre Echos zurück, für den Musikverband hagelte es Kritik.

Jetzt reagieren die Verantwortlichen! "Den 'ECHO' wird es nicht mehr geben. Das hat der Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie gestern in einer außerordentlichen Sitzung in Berlin beschlossen", heißt es in einer Stellungnahme am Mittwoch.

Der ECHO sei viele Jahre ein großartiger Preis und zugleich zentrales Branchenevent mit vielen bewegenden Momenten und herausragenden Künstlerinnen und Künstlern gewesen.

Für den Vorstand stehe außer Frage, dass Deutschland als drittgrößter Musikmarkt der Welt weiterhin Musikpreise brauche.

Die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang gewannen einen Echo bei der 27. Verleihung.
Die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang gewannen einen Echo bei der 27. Verleihung.  © DPA

"Man wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird.

Das um den diesjährigen ECHO herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole", heißt es weiter in der offiziellen Stellungnahme.

Die Marke "Echo" sei zu stark beschädigt und somit sei ein Neuanfang notwendig. Auch für den Echo Klassik und den Echo Jazz hat das Auswirkungen!

Alle drei Preise sollen eine neue Struktur bekommen, die bisherigen Entscheidungsgremien werden ihre Arbeit niederlegen. Kriterien zur Nominierung und zur Preisvergabe kommen auf den Prüfstand.

Jazz- und Klassik-Echo waren bisher reine Jury-Preise und sollen das auch bleiben, der Pop-Echo soll nun auch eine stärker Jury-Wertung bekommen.

"Mit dem erklärten Ziel, den neuen Preis im Sinne aller Künstler sowie der gesamten Branche zu gestalten, soll es im Juni einen Workshop geben, um möglichst viele Ideen und Erwartungen aus der Branche beim Prozess der Neugestaltung einzubeziehen. Gleichzeitig ist der BVMI bereits an Institutionen herangetreten, um die gesellschaftlich notwendige Debatte über die Kunstfreiheit und ihre Grenzen mitzugestalten", so der Verband.

Währenddessen ermittelt nach der Anzeige eines Hamburger Privatmannes der Staatsschutz in Bielefeld gegen die beiden Rapper wegen Volksverhetzung.

Titelfoto: DPA


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