Polizei befürchtet Fan-Krawalle beim Eintracht-Spiel in Berlin

Hertha BSC rechnet am Sonntag mit 40.000 Zuschauern im Olympiastadion (Archivbild).
Hertha BSC rechnet am Sonntag mit 40.000 Zuschauern im Olympiastadion (Archivbild).  © dpa/Maurizio Gambarini

Frankfurt/Berlin - Am Sonntag empfängt Hertha BSC den Bundesliga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt im Olympiastadion (15.30 Uhr). Kommt es im Umfeld der Partie wieder zu massiver Fan-Gewalt wie im Februar dieses Jahres?

Die Polizei rechnet anscheinend mit dem Schlimmsten. Wie die Bild-Zeitung (Frankfurt-Ausgabe, 02.12.2017, S. 17). schreibt, werden bei dem Spiel "knapp über 700 Beamte im Einsatz sein".

Hintergrund der Befürchtungen ist eine regelrechte Straßenschlacht zwischen gewaltbereiten Eintracht- und Hertha-Anhängern, die im vergangenen Februar in der Berliner Beusselstraße ausgetragen wurde. Wie auf bz-berlin.de nachzulesen ist, lieferten sich dabei "etwa 200 Hooligans" einen Kampf "mit Flaschen, Bierkisten, Stühlen und Feuerwerkskörpern". Auch Polizeibeamte wurden von den Randalierern angegriffen.

"Möglicherweise werden Berliner versuchen, sich für die Vorfälle aus dem Februar zu revanchieren", zitiert die Bild in dem oben erwähnten Artikel einen Ermittler.

Es passiert immer wieder: Gewalt durch radikale Eintracht-Fans (Archivbild).
Es passiert immer wieder: Gewalt durch radikale Eintracht-Fans (Archivbild).  © dpa/Fredrik von Erichsen

Die Polizei befürchtet demnach einen Racheakt der Hertha-Anhänger. Doch auch Fans von Eintracht Frankfurt fallen immer wieder durch gewalttätige Aktionen auf.

Erst im November wurden acht Deutsche aus der Ultra-Szene der Frankfurter bei Fußball-Krawallen im englischen Liverpool festgenommen (TAG24 berichtete). Im August griffen Eintracht-Anhänger nach einem Heimspiel ihrer Mannschaft ein Auto mit Fans des VfL Wolfsburg an (TAG24 berichtete).

Auch eine Aktion im vergangenen September könnte die Präsenz der Frankfurter Ultras in Berlin gefährlich werden lassen. Angeblich waren es Eintracht-Fans, die am 15. September nach dem Spiel des Chemnitzer FC beim SV Wehen Wiesbaden einen Wagen mit Chemnitzer Ultras überfielen. Dabei wurden die Zaunfahnen der Chemnitzer Fan-Vereinigungen "Ultra‘ Bande Karl-Marx-Stadt" und "Contra Cultura Chemnitz" geraubt (TAG24 berichtete).

Die beiden Chemnitzer Fan-Vereine gaben am nächsten Tag die Auflösung ihrer Gruppen bekannt. Schon damals wurde befürchtet, dass es in der Folge zu einem Fan-Krieg zwischen ostdeutschen Fußball-Anhängern und den Fans von Eintracht Frankfurt kommen könnte.

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die Polizei in Berlin auf alles vorbereitet ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage am Sonntag entwickelt.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0