"Das war niederschmetternd!" Ex-SPD-Vize Wowereit über schlimmsten Tag seiner Karriere

Berlin - "Berlin ist arm, aber sexy!" Mit diesem Spruch machte sich der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (64) unsterblich. Und er hält seiner Geburtsstadt bis heute die Stange.

Seit über 25 Jahren ein Paar: Wowi am 28. Juli mit seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki (52) beim Berliner CSD.
Seit über 25 Jahren ein Paar: Wowi am 28. Juli mit seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki (52) beim Berliner CSD.  © dpa/Paul Zinken

Über 13 Jahre leitete Ex-SPD-Politiker "Wowi" die Geschicke der Hauptstadt im Roten Rathaus – und wollte laut eigenen Angaben nie weg.

"Ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, wegzugehen", sagte Wowereit der "Süddeutschen Zeitung". Auch zur Zeit seines größten politischen Desasters nicht.

"Berlin bietet alles, was man braucht. Ich fühl mich hier pudelwohl. Berlin ist meine Stadt", bekannte der gebürtige Berliner, der sein ganzes Leben hier verbracht hat.

"Der 8. Mai 2012 war der schlimmste Tag meiner politischen Karriere." An jenem Tag erfuhr der damalige Regierungs- und Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, dass die mit viel Pomp angekündigte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens vier Wochen vor dem Termin verschoben werden musste.

Klaus Wowereit (64) im Mai 2018 bei der Vorstellung seines Buches "Sexy, aber nicht mehr so arm: mein Berlin".
Klaus Wowereit (64) im Mai 2018 bei der Vorstellung seines Buches "Sexy, aber nicht mehr so arm: mein Berlin".  © dpa/Jörg Carstensen

"Da bist Du sprachlos – das war niederschmetternd. Und da war ja gar nicht absehbar, wie lange das noch dauern wird. Er werde allerdings auch "nie verstehen, dass so viele Menschen solche Freude daran haben, wenn etwas scheitert".

Das Bekenntnis vor seiner Wahl 2001, homosexuell zu sein, habe er gegen die Empfehlung seiner Berater gemacht, die es damals noch für ein zu großes Tabuthema gehalten hätten, sagte Wowereit.

Er habe gesagt: "Ich bin schwul und das ist auch gut so. Ich hätte auch sagen können: Dafür muss ich mich nicht rechtfertigen. Das war wirklich spontan. Ich habe in dem Moment auch nicht geahnt, was das weltweit für Pressereaktionen auslöst."

Ansonsten ist der vor vier Jahren zurückgetretene SPD-Politiker noch immer stolz darauf, dass er Berlin während seiner Amtszeit in der ganzen Welt bekannt und beliebt gemacht hat. Dass aus diesem speziellen Berlin-Flair auch sein Image als "Regierender Partymeister" erwachsen ist, habe ihn am Anfang nicht gestört, so der Ex-Regierungschef.

Dann sei es ihm ausgetrieben worden. "Wenn Du den Rest des Tages am Schreibtisch sitzt und Akten liest, fotografiert das natürlich keiner. Am nächsten Tag bin ich immer zur Arbeit. Ich bin Nettoschläfer, da geht das."

Anfang Mai überraschten Wowereit und sein langjähriger Lebensgefährte Jörn Kubicki (52) mit ihrem Wunsch nach 'Familien-Zuwachs' (TAG24 berichtete).

Titelfoto: dpa/Jörg Carstensen


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