Baby-Tragödie um schwangeren Flüchtling: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wachmann

Berlin - Der Fall einer hochschwangeren Frau, der ein Wachmann einer Berliner Sammelunterkunft für Geflüchtete Hilfe verweigert haben soll, hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.

Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger Tötung durch Unterlassen auf.
Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger Tötung durch Unterlassen auf.  © Fabian Sommer/dpa

Die Behörde nahm Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger Tötung durch Unterlassen auf, wie ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

Der Flüchtlingsrat hatte den Vorfall am Montag publik gemacht. Demnach soll sich der Wachmann einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Lichtenberg nachts geweigert haben, einen Rettungswagen für die Frau im 9. Monat zu rufen, die über starke Schmerzen und Blutungen klagte (TAG24 berichtete).

Schließlich gelangte sie mit ihrem Mann laut Flüchtlingsrat auf eigene Faust zu Fuß und per Bahn in ein gut drei Kilometer entferntes Krankenhaus, wo sie von einem toten Jungen entbunden wurde.

Die Todesursache soll akute Plazentainsuffizienz gewesen sein. Ob das Kind bei früherer medizinischer Hilfe überlebt hätte, ist unklar.

Das Ehepaar, dessen Nationalität nicht mitgeteilt wurde, kam vor rund zwei Monaten nach Berlin und spricht kein Deutsch. Nach Erkenntnissen des Heimbetreibers habe es in der fraglichen Nacht zum 23. Juni "massive Verständigungsproblemen" zwischen den Beteiligten gegeben. Klar sei aber: «Eine Dienstanweisung, in Notfällen einen Krankenwagen zu rufen, wurde nicht eingehalten."

Das Paar wird von einem Rechtsanwalt vertreten, der inzwischen Strafanzeige erstattete.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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