Großeinsatz für Polizei: Gegendemos blockieren AfD-"Frauenmarsch"

Leyla Bilge mit Parteikollegen Guido Reil. Bilge ist kurdischer Abstammung und engagiert sich für Flüchtlinge.
Leyla Bilge mit Parteikollegen Guido Reil. Bilge ist kurdischer Abstammung und engagiert sich für Flüchtlinge.  © DPA

Berlin - Mehr als 1000 Menschen haben auf der Berliner Friedrichstraße eine Demonstration aus dem AfD-Umfeld blockiert.

Der von dem AfD-Mitglied Leyla Bilge angemeldete "Frauenmarsch zum Kanzleramt" stecke seit etwa eineinhalb Stunden auf dem Kreuzberger Teil der Straße fest, sagte ein Polizeisprecher vor Ort am frühen Samstagabend.

Die Polizei versuche dem angemeldeten Frauenmarsch, an der sich laut Polizei etwa 400 Menschen beteiligten, einen Weg zu bahnen.

Die Polizei stand mit gepanzerten Einheiten zwischen den beiden Gruppen. Dabei habe die Polizei begonnen, vereinzelt die Identitäten der Gegendemonstranten festzustellen, sagte der Sprecher.

Im Anschluss daran könnten einzelne Personen auch in Gewahrsam genommen werden.

Polizisten blockieren bei einer Demo - einem "Frauenmarsch" aus dem AfD-Umfeld - Gegendemonstranten am Checkpoint Charlie.
Polizisten blockieren bei einer Demo - einem "Frauenmarsch" aus dem AfD-Umfeld - Gegendemonstranten am Checkpoint Charlie.  © DPA

Auf Videos im Internet waren Rangeleien und Wortgefechte zwischen Gegendemonstranten und Polizisten zu sehen.

Die Gegendemonstrationen seien zwar inzwischen als solche anerkannt und somit prinzipiell legal, sagte der Sprecher. Die Blockade der angemeldeten Route des Frauenmarsches sei jedoch strafbar.

Bilge, die im vergangenen Herbst etwa bei einer Veranstaltung des Pegida-Bündnisses auftrat, hatte den Marsch angemeldet, um nach eigenen Angaben für Frauenrechte zu demonstrieren. "Wir sind hier in Deutschland im 21. Jahrhundert, es darf keinen Rückfall ins Mittelalter und schleichenden Einführung der Scharia geben", hieß es auf der Facebook-Seite des Marsches.

Die Gegendemonstranten werden den Initiatoren Rassismus unter dem Deckmantel des Feminismus vor.

Demonstranten mit einem Transparent beim "Frauenmarsch" aus dem AfD-Umfeld.
Demonstranten mit einem Transparent beim "Frauenmarsch" aus dem AfD-Umfeld.  © DPA

Update 19.25 Uhr:

Nach massiven Blockaden ist ein rechter "Frauenmarsch zum Kanzleramt" in Berlin von den Veranstaltern offiziell für beendet erklärt worden. Rund 900 Gegendemonstranten hatten nach Angaben der Polizei den Marsch am Samstagnachmittag auf der Friedrichstraße für mehrere Stunden blockiert.

Die Polizei ging am frühen Abend davon aus, dass Teilnehmer des "Frauenmarsches" versuchen könnten, in kleineren Gruppen zum Kanzleramt zu gelangen. Sie bezeichnete die Lage als "logistische und sicherheitsmäßige Herausforderung".

Der Polizei zufolge nahmen an dem von AfD-Mitglied Leyla Bilge angemeldeten "Frauenmarsch" rund 500 Menschen teil. Die Polizei stand am Nachmittag mit gepanzerten Einheiten zwischen den beiden Gruppen. Auf Videos im Internet waren Rangeleien und Wortgefechte zwischen Gegendemonstranten und Polizisten zu sehen.

Gegendemonstranten an der Blockade am Checkpoint Charlie.
Gegendemonstranten an der Blockade am Checkpoint Charlie.  © DPA

Titelfoto: DPA


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