Özil-Bashing geht weiter! AfD-Weidel schießt gegen Ex-Nationalspieler

Berlin - Wenig überraschend sehen die Rechtspopulisten der AfD den Rücktritt von Nationalspieler Mesut Özil (29) aus der deutschen Nationalmannschaft als Beleg für Integrationsprobleme.

Die AfD-Chefin Alice Weidel (rechts) reagierte auf den Rücktritt von Mesut Özil.
Die AfD-Chefin Alice Weidel (rechts) reagierte auf den Rücktritt von Mesut Özil.  © DPA

"Mit seiner Abschiedstirade erweist sich Mesut Özil leider als typisches Beispiel für die gescheiterte Integration von viel zu vielen Einwanderern aus dem türkisch-muslimischen Kulturkreis", wetterte AfD-Chefin Alice Weidel (39) am Montag via Twitter.

Dass sich Özil in der schriftlichen Stellungnahme zu seinem Rücktritt als Opfer von Rassismus dargestellt habe, sei "unehrlich und absurd", erklärte Partei-Vize Georg Pazderski (66).

"Er hat schlicht Mist gebaut, als er sich mit dem türkischen Präsidenten Erdogan ablichten ließ", fügte er hinzu.

Die berechtigte Kritik an dieser Aktion als Rassismus abzutun, sei falsch. Özil sei offensichtlich nicht fähig zur Selbstkritik.

Özil hatte am Sonntag seinen Rücktritt aus der deutschen Elf erklärt. In den sozialen Medien klagte er über Rassismus-Erfahrungen und schrieb, DFB-Funktionäre hätten seine türkischen Wurzeln nicht respektiert (TAG24 berichtete).

Vor der Fußball-WM in Russland war Özil kritisiert worden, weil er und Ilkay Gündogan (27) sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (64) hatten fotografieren lassen. AfD-Frontfrau Weidel hatte bereits vor der Fußball-WM in Russland angekündigt, dem deutschen Team nicht die Daumen zu drücken (TAG24 berichtete).

Anders reagierte Angela Merkel (64) auf den wenig überraschenden Rücktritts Özil. Sie versuchte die Wogen zu glätten. "Die Bundeskanzlerin schätzt Mesut Özil sehr. Mesut Özil ist ein toller Fußballspieler, der viel für die Fußball-Nationalmannschaft geleistet hat", sagte eine Regierungssprecherin am Montag in Berlin. "Mesut Özil hat jetzt eine Entscheidung getroffen, die zu respektieren ist."

Titelfoto: DPA


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