Deshalb will Berlin mehr Häftlinge vorzeitig frei lassen

Berlin - Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (46, Grüne) hat sich für die vorzeitige Entlassung von Strafgefangenen ausgesprochen.

Bringen neue Mitarbeiter die erhoffte Entspannung in den Berliner Haftanstalten? (Bildmontage)
Bringen neue Mitarbeiter die erhoffte Entspannung in den Berliner Haftanstalten? (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"Vorzeitige Entlassungen nach einer Verbüßung von zwei Dritteln der verhängten Strafe würden nicht nur dazu beitragen, dass Menschen früher ein straffreies Leben in Freiheit führen können, sondern auch unsere Gefängnisse entlasten", sagte Behrendt der Berliner Morgenpost.

Bundesweit ist Berlin nach Angaben der Senatsverwaltung bei vorzeitigen Entlassungen Schlusslicht.

Während im Durchschnitt aller Bundesländer 14,3 Prozent der Häftlinge frühzeitig auf freien Fuß gesetzt werden, sind es in Berlin demnach nur 6,8 Prozent.

"Warum das so ist, wollen wir jetzt herausfinden", sagte Behrendt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts sollen das nun Wissenschaftler analysieren, damit entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können.

"Berlin würde mit einer Steigerung der vorzeitigen Entlassungen mit den anderen Bundesländern gleichziehen", so Behrendt. Indes kritisierte die CDU Behrendts Pläne: "Das kann aus grundsätzlichen rechtspolitischen Erwägungen nicht richtig sein", erklärt Sven Rissmann, Sprecher der Berliner CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus.

So sei Behrendts Initiative ""ein durchschaubarer Versuch, Engpässe bei den Haftraumkapazitäten und beim Personal durch die Hintertür und damit sachfremd in den Griff zu bekommen".

Die Berliner Haftanstalten sind im Bereich des Männervollzugs aktuell zu 97 Prozent ausgelastet. Die JVA Moabit liegt sogar bei 101 Prozent und ist damit sogar überbelegt.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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