Hat er seine Baby-Tochter auf dem Gewissen? Vater sitzt auf der Anklagebank

Berlin - Drei Jahre nach dem Tod eines Babys in Berlin-Lichtenberg hat vor dem Landgericht der Prozess gegen den Vater begonnen.

Die Tochter des Angeklagten sei zum Zeitpunkt des Todes 26 Tage alt gewesen. (Symbolbild)
Die Tochter des Angeklagten sei zum Zeitpunkt des Todes 26 Tage alt gewesen. (Symbolbild)

Als das Mädchen 26 Tage alt war, soll er es durch heftiges Schütteln tödlich verletzt haben. Der 41-Jährige erklärte zum Prozessauftakt am Montag, er könne sich bis heute nicht erklären, wie und wann es zu dem später festgestellten Schütteltrauma gekommen sein könnte. Das Mädchen sei ein Wunschkind gewesen. Wenn es weinte, sei das für ihn kein Stress gewesen.

Dem Informatiker wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Er habe "nicht gewusst, wie er mit dem Schreien des Kindes umgehen sollte", heißt es in der Anklage.

Das Gericht hat das Verfahren allerdings mit der Maßgabe eröffnet, dass "statt einer Überforderungssituation eine krankheitsbedingte Atemnot des Kindes zum Schütteln geführt haben könnte". Zu dem mutmaßlichen Übergriff soll es im März 2017 gekommen sein. Das Baby starb sechs Tage später in einem Krankenhaus.

Der Vater führte weiter aus, er sei "relativ erfahren" im Umgang mit Babys gewesen und habe sich intensiv um sein erstes Kind gekümmert. An dem Vormittag, an dem es zum Schütteln gekommen sein soll, habe er die Kleine für einen Ausflug angezogen und in einer Babyschale auf den Balkon gestellt. Kurz darauf sei ihm aufgefallen, dass sie blass gewesen sei. Er sei daraufhin sofort zu ihr gegangen.

Sie röchelte - als wenn man keine Luft bekommt." Er habe das Kind genommen, auf seine Schulter gelegt, leicht auf den Rücken geklopft. "Dann war alles schlaff." Bis zum Eintreffen des Notarztes habe er das Kind beatmet.

Auf die Frage, ob er eine Schüttelbewegung gemacht habe, als seine Tochter nicht richtig atmete, antwortete der Mann: "Ich kann es nicht sagen." Die Mutter des Mädchens erklärte, ihr Partner sei "nie genervt gewesen von der Kleinen". Der Prozess wird am 10. März fortgesetzt.

Der Eingang des Landgerichts Berlin mit dem Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen. (Archivbild)
Der Eingang des Landgerichts Berlin mit dem Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen. (Archivbild)  © Taylan Gökalp/dpa

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