Berliner Ex-Feuerwehrmann gesteht jahrzehntelangen Kindesmissbrauch

Berlin - Ein Berliner Feuerwehrbeamte war hoch angesehen. Ehrenamtlich setzte er sich für die Jugendarbeit der Berliner Feuerwehr ein und wurde dafür ausgezeichnet. Doch er nutzte seine Vertrauensstellung aus. Nun hat der Prozess begonnen.

Der 60-jährige Ex-Jugendfeuerwehrwart gab vor dem Amtsgericht Tiergarten sexuelle Übergriffe auf zwölf Geschädigte seit Mitte der 1980er Jahre zu. (Symbolbild)
Der 60-jährige Ex-Jugendfeuerwehrwart gab vor dem Amtsgericht Tiergarten sexuelle Übergriffe auf zwölf Geschädigte seit Mitte der 1980er Jahre zu. (Symbolbild)  © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Über drei Jahrzehnte hinweg hat ein damaliger Jugendfeuerwehrwart ihm anvertraute Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht.

Der 60-Jährige, der im Hauptberuf Feuerwehrmann war und zuletzt ehrenamtlich auch Landesjugendfeuerwehrwart der Freiwilligen Feuerwehren Berlins, gab vor dem Amtsgericht Tiergarten sexuelle Übergriffe auf zwölf Geschädigte seit Mitte der 1980er Jahre zu.

Der Angeklagte schäme sich sehr für seine "unfassbare Fehlleistung", erklärte einer der beiden Verteidiger. In dem seit Donnerstag laufenden Prozess geht es um 49 Taten in der Zeit von 2008 bis 2016. Betroffen seien zwei Jungen, so die Anklage.

Der inzwischen bei gekürzten Bezügen suspendierte Mann erklärte, er habe "bestehende Nähe für sexuelle Handlungen ausgenutzt" und "nicht den notwendigen Abstand gehalten". 48 angeklagte Übergriffe auf einen zur Tatzeit laut Ermittlungen neun- bis 14-Jährigen würden im Wesentlichen zutreffen.

Bei dem zweiten Geschädigten habe es keine Berührung aus sexuellen Gründen gegeben. Möglicherweise habe er den damals 13-Jährigen "aus Versehen" im Intimbereich berührt.

Der 60-Jährige soll laut Ermittlungen Jungen missbraucht haben, die er in seiner Eigenschaft als Jugendfeuerwehrwart in einer Berliner Freiwilligen Feuerwehr betreute. In der Befragung durch den Richter gab der Angeklagte zu, dass es frühere Fälle gegeben habe. Zu ersten Taten sei es in den 1980er Jahren gekommen.

Im Vorfeld der Verhandlung habe er einen sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich mit insgesamt zwölf Geschädigten angestrebt. An fünf Männer habe er insgesamt 12.500 Euro gezahlt.

Der Angeklagte war im März 2018 von seinem langjährigen Ehrenamt als Landesjugendfeuerwehrwart zurückgetreten. Kurz zuvor sei gegen ihn Strafanzeige erstattet worden, hieß es am Rande des Prozesses. Es hätten sich im Laufe der Ermittlungen mehrere inzwischen erwachsene Männer als Geschädigte gemeldet. Wegen Verjährung seien viele Fälle eingestellt worden. Der Beamte sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort suspendiert worden.

Der Prozess geht am 17. September weiter.

Der Prozess geht am 17. September weiter. (Symbolbild)
Der Prozess geht am 17. September weiter. (Symbolbild)  © Alexander Kirch/123rf

Titelfoto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

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