Mutter will Tochter (9) in Knaben-Chor einklagen: Jetzt geht es vor Gericht

Berlin - Hat ein Mädchen einen Anspruch darauf, in einem Knabenchor mitzusingen? Darüber verhandelt am Freitag (10 Uhr) das Berliner Verwaltungsgericht.

Das Verfahren behandelt die Frage, ob ein Mädchen im Knabenchor singen darf. (Symbolbild)
Das Verfahren behandelt die Frage, ob ein Mädchen im Knabenchor singen darf. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Geklagt hat die Mutter einer Neunjährigen. Sie hatte einen Platz für ihre Tochter in dem ausschließlich von Jungen besetzten Staats- und Domchor Berlin beansprucht.

Der Chor hatte eine Aufnahme abgelehnt. Dem Kind fehlten die Grundlagen für die Gesangsausbildung. Das Kind wäre aufgenommen worden, wenn seine Stimme dem Klangbild eines Knabenchores entsprochen hätte, hatte das Verwaltungsgericht mitgeteilt.

Aus Sicht der Kläger verletzt der Chor mit der Ablehnung den Anspruch auf gleiche Teilhabe an staatlichen Leistungen. Die Zugangsbeschränkung auf Jungen diskriminiere das Mädchen unzulässig.

Die Neunjährige hatte zuvor im Kinderchor der Komischen Oper Berlin und in der Domsingschule in Frankfurt am Main gesungen.

Update, 15.45 Uhr: Klage zurückgewiesen!

Vor Gericht wird nun verhandelt, ob der Berliner Staats- und Domchor ein Mädchen ablehnen darf oder das Diskriminierung ist. (Symbolbild)
Vor Gericht wird nun verhandelt, ob der Berliner Staats- und Domchor ein Mädchen ablehnen darf oder das Diskriminierung ist. (Symbolbild)

Das Berliner Verwaltungsgericht hat eine Klage zurückgewiesen, mit der ein Mädchen in einen Knabenchor aufgenommen werden sollte.

Das Recht auf Kunstfreiheit überwiege bei der Entscheidung des Chors, das Mädchen abzulehnen, befand das Gericht am Freitag.

Das Klangbild des Chors habe Vorrang. Geklagt hatte die Mutter der Neunjährigen.

Sie hatte einen Platz für ihre Tochter in dem ausschließlich von Jungen besetzten Staats- und Domchor beansprucht. Nach Auffassung des Richters handelt es sich um einen Pilotfall.

Daher sei eine Berufung zugelassen.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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