Wettbüro-Mord der Hells Angels: Weitere Plädoyers erwartet

Berlin - Im Berliner Mordprozess gegen Rocker der Hells Angels wegen tödlicher Schüsse in einem Wettbüro werden am Donnerstag (11 Uhr) weitere Plädoyers erwartet.

 Den angeklagten Rockern wird vorgeworfen, an dem Mord an einem 26-jährigen Mann in einem Berliner Wettbüro im Januar 2014 beteiligt gewesen zu sein.
Den angeklagten Rockern wird vorgeworfen, an dem Mord an einem 26-jährigen Mann in einem Berliner Wettbüro im Januar 2014 beteiligt gewesen zu sein.  © Matthias Balk/dpa

Nach fast fünfjähriger Verhandlung in dem bislang größten Rocker-Prozess der Hauptstadt hat die Staatsanwaltschaft für acht der zehn Angeklagten auf lebenslange Freiheitsstrafen plädiert.

Einer dieser Männer gilt als Chef der Gruppierung. Der 35-Jährige soll den Anschlag aus Rache in Auftrag gegeben haben. Er sei der Anstiftung zum Mord schuldig, hieß es im Plädoyer der Staatsanwaltschaft vor einer Woche.

13 teils vermummte Männer waren am 10. Januar 2014 hintereinander in das Wettspiel-Café in Berlin-Reinickendorf marschiert.

Der Mann an der Spitze hielt eine Pistole in der Hand. Im Hinterzimmer feuerte er auf den 26 Jahre alten Geschädigten, der durch sechs Kugeln getroffen wurde. Der Anschlag vor laufenden Überwachungskameras dauerte 25 Sekunden.

Sechs Angeklagte hatten sich im Prozess geäußert und den Mordvorwurf zurückgewiesen. Es habe keinen Tötungsauftrag gegeben, hieß es unter anderem in ihren Erklärungen.

Urteil voraussichtlich Anfang Oktober

Die Angeklagten verdecken im Kriminalgericht in Berlin-Moabit mit einem Zettel ihr Gesicht. (Archivbild)
Die Angeklagten verdecken im Kriminalgericht in Berlin-Moabit mit einem Zettel ihr Gesicht. (Archivbild)

Update, 15 Uhr

Nach fast fünfjährigem Mordprozess gegen Rocker der Hells Angels wegen tödlicher Schüsse im Wettbüro ist ein Urteil in greifbare Nähe gerückt.

Das Berliner Landgericht werde seine Entscheidung "nach derzeitiger Planung voraussichtlich am 1. oder 2. Oktober verkünden", sagte Gerichtssprecherin Lisa Jani am Donnerstag.

Zuvor wurden die Plädoyers der Verteidiger der zehn Angeklagten abgeschlossen. Für einen 30-Jährigen, der geschossen hatte, forderten seine Anwälte einen Schuldspruch wegen Totschlags.

Die Verteidiger eines 32-Jährigen, der als Kronzeuge gilt, plädierten auf eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge und eine Strafe unter zehn Jahren.

Sechs der Angeklagten hatten sich in der seit November 2014 laufenden Verhandlung geäußert. Alle hatten einen Tötungsauftrag bestritten.

Der Prozess wird am 30. September fortgesetzt. Dann sollen die Angeklagten Gelegenheit zum Schlusswort erhalten.

Ermittler am Tatort: In diesem Wettbüro wurde im Januar 2014 ein Mann erschossen.
Ermittler am Tatort: In diesem Wettbüro wurde im Januar 2014 ein Mann erschossen.  © Maurizio Gambarini/dpa

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