115.000 Euro mit Pfandflaschen ergaunert: Männer kommen mit 3.000 Euro Strafe davon!

Berlin - Erneut ein Fall von großangelegtem Betrug mit Pfandflaschen: Mit einem dreisten Trick sollen zwei Männer in Neukölln gut 115.000 Euro ergaunert haben.

Die Beschuldigten streiten ab, die Pfandautomaten manipuliert zu haben.
Die Beschuldigten streiten ab, die Pfandautomaten manipuliert zu haben.  © DPA

Zwei Männer, die an einem manipulierten Pfandflaschenautomaten rund 115.000 Euro ergaunert haben sollen, weisen die Vorwürfe vor Gericht zurück.

Sie hätten keine Geräte manipuliert und auch nicht mitbekommen, dass andere Personen solche Handlungen vorgenommen hätten, erklärten die 32 und 34 Jahre alten Männer am Dienstag zu Prozessbeginn vor dem Amtsgericht Tiergarten.

Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Betrug in 116 Fällen. In der Zeit von Dezember 2013 bis August 2014 seien mehr als 450.000 Flaschen zu viel abgerechnet worden.

Die beiden damaligen Geschäftsführer einer Vertriebsfirma sollen laut Ermittlungen einen in ihrem Unternehmen aufgestellten Automaten zur Rücknahme von Einwegflaschen so verändert haben, dass die jeweiligen Flaschen nach der Registrierung unzerstört am Ende des Gerätes in einen Auffangbehälter fielen.

"Dann wurden diese Flaschen wiederholt erneut durch den Automaten geführt", heißt es in der Anklage.

Die Angeklagten erklärten über ihre Verteidiger, sie seien damals nur zeitweise in dem Unternehmen tätig gewesen. "Mein Mandant war nur auf dem Papier Geschäftsführer", sagte der Anwalt des 32-Jährigen. Als erster Zeuge wurde ein Wirtschaftsprüfer befragt. Wann es zu einem Urteil kommen könnte, blieb zunächst offen.

Update 18.30 Uhr: Verfahren eingestellt!

Das Verfahren gegen die beiden Angeklagten Männer wurde nach nur einem Tag Verhandlung gegen eine Geldstrafe in Höhe von jeweils 3.000 Euro eingestellt! Der Vorsitzende Richter erklärte, es seien "durchaus noch Fragen zu klären", das würde zu einer längeren Beweisaufnahme führen. Auch seien die beiden Männer nicht vorbestraft und ihre mutmaßlichen Taten lägen lange zurück.

Laut Richter sei eine Einstellung des Verfahrens somit "vertretbar".

In der Zeit von Dezember 2013 bis August 2014 seien mehr als 450.000 Flaschen zu viel abgerechnet worden.
In der Zeit von Dezember 2013 bis August 2014 seien mehr als 450.000 Flaschen zu viel abgerechnet worden.  © DPA

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