Suff-Polizist raste Fabien (21) tot: Nun auch noch Waffengesetz-Prozess

Berlin - Wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz muss sich ein Hauptstadt-Polizist am Montag (10.20 Uhr) vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten verantworten.

Der Polizeiwagen raste in die linke Seite des Renault Clio der jungen Frau (21).
Der Polizeiwagen raste in die linke Seite des Renault Clio der jungen Frau (21).  © Morris Pudwell

Bei einer Hausdurchsuchung bei dem Beamten waren im April nach Gerichtsangaben zwei Schlagringe entdeckt worden.

Nach Angaben von Ermittlern ist der 51-Jährige derselbe, gegen den seit längerem wegen einer tödlichen Crashfahrt ermittelt wird. Der Polizist wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft verdächtigt, alkoholisiert am Steuer eines Streifenwagens das Auto einer 21-Jährigen gerammt und sie dadurch tödlich verletzt zu haben (TAG24 berichtete).

Die Staatsanwaltschaft hatte dem "Tagesspiegel" gesagt, es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem angeklagten Waffenbesitz und dem Verfahren zu dem tödlichen Unfall.

Zu der Kollision kam es im Januar 2018 nahe dem Alexanderplatz. Der Polizeiwagen soll mit überhöhter Geschwindigkei in das Auto der jungen Frau geknallt sein. Die Ermittlungen sind laut Staatanwaltschaft noch nicht abgeschlossen, eine Anklage gibt es noch nicht.

Der Fall hatte öffentlich Wellen geschlagen und war auch im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses erörtert worden. Erst im Herbst war bekannt geworden, dass eine im Januar 2018 im Krankenhaus genommene Blutprobe des Fahrers Alkohol enthielt, etwa eine Promille. Die Polizei hatte direkt nach dem Unfall keinen Test gemacht. Dies sei nur bei konkretem Verdacht möglich, hieß es.

Polizist zu Geldstrafe verurteilt

Das Polizeiauto fuhr in die linke Seite des Kleinwagens.
Das Polizeiauto fuhr in die linke Seite des Kleinwagens.  © Morris Pudwell

Update, 14 Uhr

Der Hauptstadt-Polizist ist wegen illegalen Besitzes von zwei Schlagringen zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte in seinem Urteil am Montag 20 Tagessätze zu je 85 Euro. Schon der Besitz von Schlagringen ist nach dem Waffengesetz verboten. Polizisten seien nicht anders zu behandeln als andere Bürger, sagte der Richter.

Die Ringe waren bei einer Hausdurchsuchung im April bei dem Beamten in einer Truhe entdeckt worden. Sie wurden nach Angaben des Verteidigers nur für Fotos verwendet.

Laut Urteil hätte man dafür aber keine echten Schlagwerkzeuge nehmen müssen. Die Verteidigung wollte eine Einstellung des Verfahrens, scheiterte damit aber.

Titelfoto: Morris Pudwell

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