Vater von Todespilot Andreas Lubitz: "Unser Sohn war nicht depressiv!"

Günter Lubitz, der Vater von Andreas Lubitz, hat sich auf einer Pressekonferenz zu dem Flugzeugabsturz von vor zwei Jahren geäußert.
Günter Lubitz, der Vater von Andreas Lubitz, hat sich auf einer Pressekonferenz zu dem Flugzeugabsturz von vor zwei Jahren geäußert.  © DPA

Berlin/Haltern - Mit provokanten Aussagen am Jahrestag der Germanwings-Katastrophe hat die Familie des Todespiloten Andreas Lubitz neue Wunden gerissen.

Hinterbliebene der Opfer reagierten verärgert, die Fachwelt wies die erhobenen Vorwürfe gegen die offiziellen Ermittlungen zurück. Für die Behörden steht weiterhin fest: Der Copilot hat die Germanwings-Maschine mit 150 Insassen vor zwei Jahren vorsätzlich gegen einen Felsen gesteuert.

Günter Lubitz, der Vater des Copiloten, erklärte am Freitag in Berlin hingegen, alle Ermittlungsbehörden hätten sich "auf einen an Depressionen erkrankten Menschen konzentriert und andere Aspekte vernachlässigt".

Es sei nicht erwiesen, dass sein Sohn den Jet absichtlich ins Felsmassiv gelenkt habe. "Wir sind auf der Suche nach der Wahrheit."

Diese Aussagen ausgerechnet am zweiten Jahrestag der Katastrophe wurden von Opfer-Vertretern als "Affront" und "geschmacklos" bezeichnet. Die kritisierten Ermittler im In- und Ausland wiesen die Vorwürfe vehement zurück - ebenso die Pilotenvereinigung Cockpit. Auch die Bundesregierung erklärte, sie habe keine Zweifel an den bisherigen Ermittlungsergebnissen.

"Wir müssen damit leben, dass er in den Medien als depressiver Massenmörder dargestellt wurde und noch wird", sagte Günter Lubitz. Doch betonte er: "Unser Sohn war zum Zeitpunkt des Absturzes nicht depressiv." Dies hatten die Ermittler in ihrem Abschlussbericht zum Unglück aber auch nicht behauptet. Allerdings waren sie von psychischen Problemen des 27-Jährigen ausgegangen.

Der Schulleiter Ulrich Wessel aus dem westfälischen Haltern, wo eine Gedenkfeier für Schüler im abgestürzten Jet stattfand, nannte die Pressekonferenz des Lubitz-Vaters eine "Provokation, ein Affront gegenüber den Eltern". Spanische Hinterbliebene nannten die Pressekonferenz eine Respektlosigkeit.

Günter Lubitz glaubt, dass sein Sohn "zum Zeitpunkt des Absturzes nicht depressiv" war.
Günter Lubitz glaubt, dass sein Sohn "zum Zeitpunkt des Absturzes nicht depressiv" war.  © DPA
Für die Behörden steht weiterhin fest: Andreas Lubitz hat die Germanwings-Maschine mit 150 Insassen vor zwei Jahren vorsätzlich gegen einen Felsen gesteuert.
Für die Behörden steht weiterhin fest: Andreas Lubitz hat die Germanwings-Maschine mit 150 Insassen vor zwei Jahren vorsätzlich gegen einen Felsen gesteuert.  © DPA

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