Mit diesem Plan will die Bundesregierung mehr Pflegekräfte rekrutieren

Berlin - Die Bundesregierung will mit einem großangelegten Programm mehr Fachkräfte für die Pflege gewinnen, um die massive Personalnot in Deutschland endlich in den Griff zu bekommen. Dafür haben sich jetzt gleich drei Minister zusammengetan.

Minister-Trio gegen den Pflegenotstand: Franziska Giffey (40, SPD), Hubertus Heil (45, SPD) und Jens Spahn (38, CDU). (Bildmontage)
Minister-Trio gegen den Pflegenotstand: Franziska Giffey (40, SPD), Hubertus Heil (45, SPD) und Jens Spahn (38, CDU). (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Am Dienstag wollen Gesundheitsminister Jens Spahn (38, CDU), Familienministerin Franziska Giffey (40, SPD) und Arbeitsminister Hubertus Heil (45, SPD) in Berlin den Auftakt zu einer "Konzertierten Aktion Pflege" geben.

Beteiligen sollen sich die Länder, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kirchen und Wohlfahrtsverbände.

"Wir geben uns maximal ein Jahr Zeit. Dann wollen wir konkrete und verbindliche Vereinbarungen mit allen haben, die in der Pflege Verantwortung tragen", so Spahn zur Bild am Sonntag.

Union und SPD haben die "Konzertierte Aktion" im Koalitionsvertrag vereinbart, um Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Beruf damit attraktiver zu machen.

"Zuerst müssen wir dafür sorgen, dass mehr Leute aus dem Inland wieder in der Pflege arbeiten wollen", sagte Giffey der Zeitung. "Es muss cool sein, Pflegefachkraft zu sein."

Arbeitsminister Heil betonte das Ziel, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften einen Flächentarifvertrag aushandeln, den er dann für allgemeinverbindlich erklären würde: "Das wird die Löhne spürbar verbessern."

Laut Spahn müsse angesichts des Bedarfs von bis zu 50.000 zusätzlichen Pflegekräften auch im Ausland gesucht werden: "Aber nur in Ländern mit sehr junger Bevölkerung, die nicht selbst dringend Pflegekräfte benötigen." Etwa im Kosovo und Albanien sei die Pflegeausbildung häufig besser, als man denke. Visa-Erteilungen und die Anerkennung von Berufsabschlüssen müssten dann jedoch schneller gehen.

Hubertus Heil schlug vor, dass interessierte Ausländer für ein halbes Jahr nach Deutschland kommen könnten: "Bedingung: Sie erhalten keinen Cent aus den Sozialsystemen, und wenn sie nach den sechs Monaten keine feste Stelle als Pflegekraft haben, müssen sie wieder gehen."

Bereits auf den Weg gebracht hat Spahn ein Milliardenpaket, das unter anderem 13.000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege vorsieht. Zudem soll jede aufgestockte Pflegestelle am Bett künftig komplett von den Krankenkassen bezahlt werden. Darüber hinaus sollen Auszubildende ab 2020 kein Schulgeld mehr bezahlen müssen.

Weitere Anreize hat auch Andreas Westerfellhaus, der Pflegebevollmächtigte der Regierung, vorgeschlagen – unter anderem steuerfreie Prämien bis 5000 Euro für die Annahme einer unbefristeten Stelle.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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