Höchste Sicherheit! Netanjahu-Besuch bei Kanzlerin Merkel legt halb Berlin lahm

Berlin - Als ob der Berufsverkehr in der Hauptstadt nicht schon nervig genug wäre, müssen sich die Berliner am Montag aufgrund eines Staatsbesuches in Berlin zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen und Verkehrssperrungen einstellen.

Der Staatsbesuch des israelischen Ministerpräsidenten bei Kanzlerin Merkel am 4. Juni erfordert hohe Sicherheitsmaßnahmen.
Der Staatsbesuch des israelischen Ministerpräsidenten bei Kanzlerin Merkel am 4. Juni erfordert hohe Sicherheitsmaßnahmen.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Denn da der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (68) zu Gesprächen mit Kanzlerin Angela Merkel (63, CDU) eingeflogen kommt, geht bereits ab den Morgenstunden vielerorts nichts mehr.

Besonders betroffen sind die Bereiche rund um den Flughafen Tegel und das Regierungsviertel, wie die Polizei am Freitagnachmittag mitteilte.

Auch das Befahren der Spree in Höhe des Bundeskanzleramtes und des Humboldthafens wird nicht mehr möglich sein.

Somit kommt es zu "Einschränkungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft", wie die Polizei ihre Pressemitteilung betitelte.

Es wird nämlich extra ein Flugbeschränkungsgebiet in Berlin und dem nahen Umland eingerichtet. Heißt: In dieser Zone sind alle Flüge, einschließlich des Betriebes von Flugmodellen und Drohnen verboten!

Die Polizei warnt davor, dass die Nichteinhaltung dieses zwischen 12 und 24 Uhr geltenden Flugverbots eine Straftat darstellt. Davon ausgenommen sind natürlich Rettungsflüge und die üblichen Flüge an den Berliner Flughäfen.

Der Besuch Netanjahus ist das erste Treffen mit Merkel, seit US-Präsident Donald Trump (71) den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran verkündet hat (TAG24 berichtete). Netanjahu gilt als schärfster Kritiker des Abkommens, während Deutschland daran festhalten will.

Seit Anfang vergangenen Jahres sind die deutsch-israelischen Beziehungen angespannt. Merkel hatte damals offensichtlich aus Verärgerung über die israelische Siedlungspolitik im palästinensischen Westjordanland die Regierungskonsultationen mit Israel auf unbestimmte Zeit verschoben.

Nach einem Treffen mit der Bundeskanzlerin will Netanjahu am Montagabend noch nach Paris zu Staatspräsident Emmanuel Macron (40) weiterreisen.

Titelfoto: dpa/Bernd von Jutrczenka