"Wie Aussätzige!" Ilka Bessin beklagt miese Behandlung von Hartz-IV-Empfängern

Berlin - Sie weiß genau, wovon sie spricht! Schließlich musste Ilka Bessin (46) - besser bekannt als Comedy-Figur Cindy aus Marzahn - selbst lange Zeit mit Arbeitslosengeld II über die Runden kommen.

Ilka Bessin (46) beklagt den Umgang mit Hartz-IV-Empföngern, wie sie als Kust-Figur Cindy aus Marzahn (kl. Foto) selbst eine spielte.
Ilka Bessin (46) beklagt den Umgang mit Hartz-IV-Empföngern, wie sie als Kust-Figur Cindy aus Marzahn (kl. Foto) selbst eine spielte.  © DPA (Bildmontage)

Sie war pink, sie war laut und sie war prollig. Doch Ilka Bessin schlägt jetzt ganz ruhige und bedenkliche Töne an.

In den Augen der ehemaligen Komikerin, die sich im Sommer 2016 völlig überraschend von der Comedy-Bühne verabschiedete (TAG24 berichtete), ist das soziale Abseits eine der schlimmsten Begleiterscheinungen von Hartz IV.

"Ich habe selber jahrelang Hartz IV bezogen und weiß daher aus eigener Erfahrung, mit welchen Herausforderungen und Gefühlen sich Menschen in dieser Situation auseinandersetzen müssen", sagte Bessin der Bild-Zeitung.

Am meisten wehgetan habe ihr damals das respektlose Verhalten von Mitmenschen, die Hartz-IV-Empfänger "wie Aussätzige" behandelten, so Bessin betroffen.

Es sei alles andere als einfach, sich in einer solchen Situation nicht gehen zu lassen, betonte Bessin, die ab Ende Juli in der RTL-Doku "Zahltag! Ein Koffer voller Chancen" Hartz-IV-Familien begleitet.

"Mein damaliger Alltag war am Anfang geprägt von Bewerbungen schreiben und nach Jobmöglichkeiten Ausschau halten. Je länger ich dabei erfolglos geblieben bin, desto mehr habe ich resigniert und mich zurückgezogen", blickt Bessin zurück.

Deshalb habe sie zeitweise nur noch im Bett gelegen und Fernsehen geschaut. Und genau dieses Klischee-Denken haben viele Deutsche über Hartz-IV-Empfänger, wie sie beklagt.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)

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