Alarmierend! In Deutschland fehlen Hunderttausende Kita-Plätze

Berlin - Immer mehr Eltern brauchen schon für ihren Nachwuchs unter drei Jahren einen Betreuungsplatz. Doch davon gibt es aber weiterhin in Deutschland viel zu wenige. Besserung ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Die Situation könnte laut Experten sogar noch dramatischer werden.

Die Kitas sind überfüllt, es fehlt an Hunderttausenden Betreuungsplätzen.
Die Kitas sind überfüllt, es fehlt an Hunderttausenden Betreuungsplätzen.  © DPA

In Deutschland fehlen einem Medienbericht zufolge aktuell 273.000 Kitaplätze für unter dreijährige Kinder.

Das entspreche einer Betreuungslücke von 11,6 Prozent für diese Altersgruppe, schreibt die "Welt am Sonntag" (WamS) unter Berufung auf Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

"Wir waren, als das begann mit dem Rechtsanspruch, bei zehn Prozent der Unter-drei-Jährigen im Schnitt in Deutschland. Wir sind jetzt bei über 30 Prozent. Die Tendenz ist steigend", so Familienministerin Franziska Giffey (40) im Deutschlandfunk.

Eine Ministeriumssprecherin verwies gegenüber der DPA am Sonntag auf die "Erfolgsgeschichte" der Kindertagesbetreuung, die sich in Zahlen messen lasse.

Das Bundesfamilienministerium von Franziska Giffey (40, SPD) ist in puncto Kitas gefordert. (Symbolbild)
Das Bundesfamilienministerium von Franziska Giffey (40, SPD) ist in puncto Kitas gefordert. (Symbolbild)  © DPA

Allein in der U3-Betreuung seien in der vergangenen Dekade rund 400.000 Plätze geschaffen worden.

Dazu leiste der Bund mit dem Sondervermögen "Kinderbetreuungsausbau" einen wichtigen Beitrag: Mit vier Investitionsprogrammen stelle der Bund von 2008 bis 2020 mehr als 4,4 Milliarden Euro zur Verfügung.

Dennoch fehlten dem Bericht zufolge 2017 noch 279.000 Kitaplätze für unter Dreijährige, was einer Lücke von 12,1 Prozent entsprach.

Als Grund dafür, dass die Lücke kaum kleiner geworden ist, werden steigende Geburten- und Zuwandererzahlen genannt. Außerdem gebe es immer mehr Eltern, die sich einen Kitaplatz für ihr Kind wünschten.

"Die Kommunen müssen sich darauf einrichten, dass sie in zehn Jahren für alle Kinder ab zwei Jahren eine Betreuung anbieten müssen", sagte IW-Familienpolitik-Experte Wido Geis-Thöne der "WamS".

Mit dem von Ministerin Giffey auf den Weg gebrachten "Gute-Kita-Gesetz" gibt der Bund den Ländern und Kommunen bis zum Jahr 2022 rund 5,5 Milliarden für den Ausbau der Kinderbetreuung.

Zuletzt forderte die Union-Bundestagsfraktion, dass dieses Geld auch wirklich von den Ländern für den vorgesehenen Zweck weitergeleitet wird und damit nicht Haushaltslöcher gestopft werden (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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