Das gab's noch nie! Innenminister Seehofer schwänzt Merkels Integrationsgipfel

Berlin - Ausgerechnet Innenminister Horst Seehofer (68, CSU) kommt nicht zum 10. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt am 13. Juni – als erster Innenminister überhaupt. Der Grund: Ihm passt eine Teilnehmerin nicht!

Innenminister Horst Seehofer (68, CSU) schickt seinen Parlamentarischen Staatssekretär zum Integrationsgipfel.
Innenminister Horst Seehofer (68, CSU) schickt seinen Parlamentarischen Staatssekretär zum Integrationsgipfel.  © DPA (Bildmontage)

Auf Fragen von Journalisten, weshalb er als Minister für Heimat und Migration dort nicht erscheinen wolle, zog er am Dienstag die Kopie eines Artikels aus der Tasche seines Jacketts.

Der Artikel von Ferda Ataman, die zu den Teilnehmern der Veranstaltung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (63, CDU) an diesem Mittwoch gehört, trägt den Titel "Deutschland, Heimat der Weltoffenheit".

Ferda Ataman ist Sprecherin der Neuen Deutschen Organisationen, einem Netzwerk von Initiativen von Menschen aus Einwandererfamilien.

Weiter hieß es in Atamans Artikel: "Politiker, die derzeit über Heimat reden, suchen in der Regel eine Antwort auf die grassierende 'Fremdenangst'. Doch das ist brandgefährlich. Denn in diesem Kontext kann Heimat nur bedeuten, dass es um Blut und Boden geht: Deutschland als Heimat der Menschen, die zuerst hier waren."

Und dann die harte Aussage: "Das Heimatministerium ist vor allem Symbolpolitik für potenzielle rechte Wähler."

Seehofer sagte mit Blick auf den Artikel: "Blut und Boden. Mich damit in Verbindung zu bringen. Das sollte ich mal machen." Es sei falsch, zu behaupten "Heimat" habe etwas zu tun mit der "Sprache der Nazis".

Ein Sprecher seines Ministeriums hatte zuvor erklärt, Seehofer werde bei der Veranstaltung am Mittwoch vom Parlamentarischen Staatssekretär Marco Wanderwitz (42, CDU) vertreten.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (51, CDU), zeigte sich gegenüber Spiegel Online enttäuscht über die Absage des Innenministers: "Ich bedaure, dass Horst Seehofer aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen kann und freue mich auf die enge Zusammenarbeit im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Integration."

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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