Invasion soll auf den Teller: Vertilgt Berlin sein Krebs-Problem?

Berlin - 2017 wurde Berlin von amerikanischen Sumpfkrebsen im wahrsten Sinne des Wortes überrannt. Erste Tests auf Krankheiten oder Schadstoffbelastungen waren negativ, somit ist der Weg frei für "Tiergarten-Sumpfkrebs im Brötchen" - so oder so ähnlich. Die Küstenregionen müssen sich warm anziehen.

Ein Fahrradfahrer beobachtet im Berliner Tiergarten einen roten amerikanischen Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) auf einem Fußgängerweg.
Ein Fahrradfahrer beobachtet im Berliner Tiergarten einen roten amerikanischen Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) auf einem Fußgängerweg.  © Gregor Fischer/dpa

Von der Plage zur Ware? Offenbar wurden die amerikanischen Sumpfkrebse ausgesetzt und vermehrten sich 2017 rasend schnell.

Das ganze Ausmaß wurde im Sommer deutlich, als die bis zu 15 Zentimeter großen Tiere sogar auf den Straßen am Tiergarten gesichtet wurden.

Knapp 4000 Exemplare wurden daraufhin eingefangen und getötet, denn die Krebse sind ursprünglich im Süden der Vereinigten Staaten und Nordmexiko heimisch.

Um den Bestand der invasiven Art zu verringern, habe ein Betrieb die Erlaubnis zum Fischen in besiedelten Gewässern im Tiergarten und im Britzer Garten in Berlin-Neukölln bekommen.

Für alle anderen bleibt dies jedoch verboten. Die Fischerei will den Fang an Gastronomen und Privatleute verkaufen.

"Der Betrieb kann rausholen, so viel er will", sagte Wildtierexperte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt der Deutschen Presse-Agentur. Bezahlen muss der Senat dafür nicht. Der kleine Spandauer Familienbetrieb rechnet damit, dass der Verkauf "im Prinzip sofort" beginnen kann, wie Seniorchef Klaus Hidde sagte.

Er gehe zum Beispiel auf Märkte. In welcher Form - ob als Rohprodukt oder zum Beispiel eingelegt - stand zunächst nicht fest. Vielleicht mausert sich das Krustentier sogar zum Exportschlager mit außergewöhnlicher Herkunft.

Titelfoto: Gregor Fischer/dpa


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