Darum sind 138 Knackis in Berlin plötzlich wieder draußen

Berlin - Aus den Berliner Gefängnissen sind 138 Inhaftierte vorzeitig entlassen worden. Sie profitierten vom Gnadenerweis des Justizsenators Dirk Behrendt (47, Grüne). Die meisten Gefangenen, die nun ihre Sachen packen konnten, saßen im Männer-Gefängnis Heidering.

Kurz vor Weihnachten wurden in Berlin 138 Knackis vorzeitig entlassen. (Symbolbild)
Kurz vor Weihnachten wurden in Berlin 138 Knackis vorzeitig entlassen. (Symbolbild)  © DPA

Insgesamt waren es alleine in Heidering 40 Personen, wie die Justizverwaltung weiter mitteilte. 29 Inhaftierte verließen den Strafvollzug in Plötzensee. Zu den Entlassenen gehören auch 12 Frauen.

Derzeit sind laut Justizverwaltung knapp 3880 Menschen in den Haftanstalten der Hauptstadt.

Der traditionelle "Sammelgnadenerweis" sei wichtig für die Wiedereingliederung nach der Haft, betonte Senator Behrendt.

Erfahrungsgemäß seien die Wohnungs- und Arbeitssuche gerade zum Jahresende besonders schwierig. Deshalb könne eine frühere Entlassung beim Neustart helfen.

Mit der milden Entscheidung der Justiz werden verurteilte Täter bei guter Führung einige Wochen Gefängnis vor dem regulären Haftende erlassen.

Justizsenator Dirk Behrendt (47, Grüne) zeigte sich gnädig mit Berliner Inhaftierten. (Bildmontage)
Justizsenator Dirk Behrendt (47, Grüne) zeigte sich gnädig mit Berliner Inhaftierten. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Ihre reguläre Strafzeit wäre zwischen dem 25. Oktober und 4. Januar 2019 zu Ende gewesen. Infrage kommen aber nur Insassen, die "draußen" eine Unterkunft haben und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können.

Zur Beruhigung: Gewaltverbrecher und Sexualstraftäter kommen laut Justizverwaltung generell nicht früher auf freien Fuß. Das Gleiche gilt für Verurteilte mit Drogendelikten, Staatsschutzvergehen oder Täter, die wegen Landfriedensbruchs verurteilt wurden.

Die Zahl der früher Entlassenen ist in diesem Jahr etwas niedriger als 2017. Damals waren es 156 Gefangene. 2016 kamen 82 Gefangene zeitiger raus.

In früheren Jahren verließen mehr Gefangene die Haft per Gnadenerweis, jedoch waren die Haftanstalten auch viel voller. 2011 saßen rund 4450 Häftlinge ein, knapp 300 kamen in dem Jahr vor Weihnachten früher aus dem Gefängnis.

So ganz uneigennützig ist solch eine vorzeitige Entlassung übrigens nicht: Die Berliner Justiz spart dadurch Kosten – laut Verwaltung täglich 150 Euro pro Person hinter Gittern.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)

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