Krasse Neuerung! Das hat Justizministerin Barley mit WhatsApp vor

Berlin - Bundesjustizministerin Katarina Barley (49, SPD) will sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass Verbraucher von WhatsApp auch mit Nutzern anderer Messenger-Dienste kommunizieren können.

Millionen WhatsApp-Nutzer könnten von der Neuerung profitieren.
Millionen WhatsApp-Nutzer könnten von der Neuerung profitieren.  © DPA

Beim Mobilfunk sei dies schließlich auch schon möglich, sagte Barley der Deutschen Presse-Agentur.

"Beim Telefonieren auf dem Handy kann zum Beispiel der eine bei Vodafone sein und der andere bei der Telekom – das spielt keine Rolle, das merkt man nicht einmal."

Bei den Messenger-Diensten wäre das technisch ebenso möglich.

Es müsse künftig machbar sein, "dass zum Beispiel WhatsApp-Nutzer auch mit den Nutzern anderer Messenger-Dienste wie zum Beispiel Threema oder Signal kommunizieren können", so die Ministerin.

"Das müsste man gesetzlich auf europäischer Ebene regeln und die Betreiber verpflichten, entsprechende Schnittstellen zu öffnen."

Über diese Frage sei Barley in Gesprächen mit ihren Amtskollegen aus anderen EU-Staaten und mit Vertretern der EU-Kommission.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (49, SPD) fordert eine Veränderung bei WhatsApp.
Bundesjustizministerin Katarina Barley (49, SPD) fordert eine Veränderung bei WhatsApp.  © DPA (Bildmontage)

Messenger-Dienste setzen zum Teil auf sehr unterschiedliche Protokolle und Verschlüsselungs-Systeme, was einen Datenaustausch grundsätzlich erschwert.

So ist zum Beispiel Apples iMessage nur auf Geräten des iPhone-Konzerns verfügbar. Viele Dienste, wie unter anderem iMessage, WhatsApp oder Signal, arbeiten mit sogenannter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der Inhalte nur für Absender und Empfänger, aber nicht für den Dienst selbst im Klartext verfügbar sind.

Facebook spielt eine besonders starke Rolle in dem Markt mit seinen Diensten WhatsApp und Facebook Messenger, die jeweils mehr als eine Milliarde Nutzer haben.

"Man muss die Monopole aufbrechen, denn die führen dazu, dass ein Konzern machen kann, was er will", mahnte Barley. "Wer in einer WhatsApp-Gruppe sein möchte, zum Beispiel im Sportverein oder an der Schule, hat keine andere Wahl, als diesen Messenger-Dienst zu installieren – egal was der Konzern mit den eigenen Daten macht."

Bei den Messenger-Diensten gebe es bereits eine Vielzahl von Anbietern mit hohen Datenschutzstandards. "Wenn man das System öffnet und die verschiedenen Messenger-Dienste verknüpft, müssen sich Anbieter beim Datenschutz mehr anstrengen."

Wer die Privatsphäre seiner Nutzer schütze, hätte so eine größere Chance am Markt. "Die große Herausforderung ist, dass die Sicherheitsstandards dabei nicht absinken – auf das Niveau des Anbieters mit den schlechtesten Datenschutzvorgaben", weiß Barley.

Erst vor drei Wochen hatten die Macher angekündigt, WhatsApp künftig mit einen praktischen neuen Funktion auszurüsten (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0