Für 1,3 Mio. Euro: In dieser Stadt kriegen Knackis jetzt Tablets!

Berlin - Ausgerechnet in Berlin, wo in jüngster Vergangenheit immer wieder Knackis ausgebüxt sind (TAG24 berichtete), erhalten Häftlinge jetzt Tablet-Computer. Kosten: 1,3 Millionen Euro!

35 Berliner Häftlinge kriegen jetzt Tablets zur Verfügung gestellt. (Bildmontage)
35 Berliner Häftlinge kriegen jetzt Tablets zur Verfügung gestellt. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Im Männergefängnis Heidering haben 35 Insassen jetzt Tablets mit einem begrenzten Internet-Zugang bekommen.

Damit können die Häftlinge harmlose Dinge tun wie Sprachen lernen, Mails an die Familie schreiben, einen Führerschein-Test machen oder sich bei "Wer wird Millionär" und "Wikipedia" Wissen aneignen.

Mit dem bundesweit einmaligen Projekt solle die Alltagskompetenz der Gefangenen erhöht und die Resozialisierung vorangebracht werden, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (46) am Mittwoch bei der Vorstellung.

"Wir wollen das Leben drinnen und draußen einander angleichen", so der Grünen-Politiker.

Das zunächst auf drei Monate befristete System sei auf "Herz und Nieren geprüft, damit Gefangene nicht Schabernack oder Unfug treiben", versicherte Behrendt.

Für die Testphase wurden 1,3 Millionen Euro festgeschrieben. Im Oktober solle ein Bericht zu dem Test vorliegen. Behrendt möchte bis September 2021 kostenfrei Tablets für alle Haftanstalten anschaffen. Derzeit sitzen 4024 Gefangene in Berliner Gefängnissen.

Christian Reschke, Leiter der Teilanstalt 1 in Heidering betonte, Gefangene könnten sich jetzt beispielsweise über ihr Tablet zum Sport in der Anstalt anmelden. Er erwartet weniger Verwaltungsaufwand durch weniger Papier.

Die Gefangenen könnten ihr Leben wieder ein bisschen mehr selbst gestalten, sie haben demnach das Gerät in ihrem Haftraum. Einander schreiben könnten sie aber nicht. Sollten "ausgebuffte Gefangene" Sicherheitslücken entdecken, werde man dafür erstmal dankbar sein. Eine Bestrafung sei nicht angedacht.

Laut Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme FOKUS sind etwa 20 Internetseiten zugänglich. "Das ist eine klassische Intranet-Anwendung mit einem winzig kleinen Zugang zur großen, weiten Welt", beschrieb Lutz Nentwig vom Institut das Forschungsprojekt.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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