Kopftuchverbot an Grundschule: Lehrerin wehrt sich

Berlin - Eigentlich sind religiöse Symbole an Schulen untersagt für die Mitarbeiter. Doch immer wieder wehren sich muslimische Lehrerinnen gegen das Verbot, um auch am Arbeitsplatz ein Kopftuch tragen zu können.

Eine Berliner Lehrerin hatte mit Kopftuch an ihrer Grundschule unterrichtet und wurde freigestellt. (Symbolbild)
Eine Berliner Lehrerin hatte mit Kopftuch an ihrer Grundschule unterrichtet und wurde freigestellt. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Einzige Ausnahme sind in der Hauptstadt die Oberstufenzentren, an denen die Lehrerinnen auch weiterhin ein Kopftuch tragen dürfen. Doch nun will eine von ihnen an eine Grundschule wechseln und dort will sie auch weiterhin die Kopfbedeckung tragen, wie die Berliner Morgenpost berichtete.

Bei ihrer Einstellung hätte man ihr das sogar zugesagt, doch das Land Berlin erlaubt das Tragen eines Kopftuches erst ab der Oberstufe. Am Montag geht die Lehrerin deswegen vor Gericht und ist nicht alleine. Zwei Kolleginnen haben dasselbe Anliegen.

Religion wird an Berlins Schulen zu einem immer wichtigeren Thema. So werden viele Kinder mittlerweile auf Grund ihres Glaubens gemobbt. Die Schüler verteilen sogar Morddrohungen, wenn das Kind die "falsche" Religion hat (TAG24 berichtete).

Ob Lehrer, die auch eine Vorbildfunktion haben, da religiöse Symbole tragen sollten? Das Gericht wird dieses Thema in den nächsten Wochen verhandeln. Bleibt abzuwarten, wie entschieden wird.

Update 17.30 Uhr:

In der Berliner Links-Partei bahnt sich eine schwierige Debatte über das sogenannte Neutralitätsgesetz an. Diese Regelung schreibt derzeit vor, dass Polizisten, Lehrer an allgemeinbildenden Schulen und Justizmitarbeiter im Dienst keine religiös geprägten Kleidungsstücke tragen dürfen.

Mitglieder der Linken aus Neukölln forderten bei einem Parteitag am Samstag, sich gegen "das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst" einzusetzen. Die Diskriminierung der Frauen müsse beendet werden. Der Antrag wurde nur beraten, nicht abgestimmt.

"Wir brauchen Zeit und Expertise, um als Partei zu einer Positionierung zu kommen, die wir dann auch gemeinsam tragen können", sagte Parteichefin Katina Schubert. Viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte hätten sich unter dem Eindruck jahrelanger Ausgrenzung zurückgezogen, auch in die Religion. Damit einher gehe ein Druck auf andere.

Genauso müsse man aber zur Kenntnis nehmen, dass das Gesetz vor allem Frauen treffe, die ihren Wunschberuf nicht ausüben könnten, sagte Schubert.

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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