Knappes Votum! Berliner SPD schickt DGB-Funktionärin Bischoff zur Europawahl

Berlin - Die Gewerkschaftsfunktionärin Gabriele Bischoff soll 2019 für die Berliner SPD in das Europaparlament einziehen. Die 57-Jährige wurde am Freitag bei einem Landesparteitag als Spitzenkandidatin nominiert.

Seit 2015 ist das SPD-Mitglied Gabriele Bischoff (57) im DGB-Bundesvorstand.
Seit 2015 ist das SPD-Mitglied Gabriele Bischoff (57) im DGB-Bundesvorstand.  © Screenshot/Website Gabriele Bischoff

Sie setzte sich in einer Stichwahl gegen die Berliner Juso-Chefin Annika Klose (25) durch, nachdem im ersten Wahlgang keiner der acht Bewerber die notwendige Mehrheit erzielen konnte.

Bischoff hat nun gute Chancen, bei einer Bundesdelegiertenkonferenz auf einen aussichtsreichen Listenplatz gewählt zu werden. Weitere Berliner Kandidaten dürften dort nicht auf vorderen Plätzen zum Tragen kommen.

Am Ende war das Ergebnis knapp: Im zweiten Wahlgang entfielen auf Bischoff 131 Stimmen, auf Klose 110. Sie wolle sich in Brüssel und Straßburg für ein "Europa als Bastion der Freiheit und Tempel der Menschenwürde" einsetzen, versprach Bischoff.

Der SPD-Landesvorstand hatte darauf verzichtet, vorher einen konkreten Kandidaten vorzuschlagen. Der zunächst von Regierungs- und Parteichef Michael Müller (53, SPD) ins Gespräch gebrachte Ex-Kulturstaatssekretär Tim Renner (53) war schon länger nicht mehr im Rennen.

Die bisherige Berliner EU-Abgeordnete Sylvia-Yvonne Kaufmann (63) war nicht noch einmal angetreten. Sie sitzt seit 2014 für die SPD im EU-Parlament, zuvor war sie dort von 1999 bis 2009 für die PDS/Linke vertreten. Die Europawahl findet in Deutschland voraussichtlich am 26. Mai 2019 statt.

Die Nominierung erfolgte auf dem Parteitag erstmals nicht mit Stimmzetteln, sondern mittels E-Votings. Jeder Delegierte erhielt dazu ein Tablet. Der erste Wahlgang musste wiederholt werden. Denn es stellte sich heraus, dass aus dem Kreisverband Pankow ein Delegierter und sein Ersatzdelegierter abstimmten – dies ist nicht erlaubt.

Titelfoto: Screenshot Facebook/SPD Berlin


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