"Wer denn sonst?" CDU-Politiker stellen sich hinter Merkel

Berlin - Nach dem Debakel bei der Landtagswahl in Bayern für die Schwesterpartei CSU (TAG24 berichtete) haben sich führende CDU-Politiker dennoch für eine erneute Kandidatur von Kanzlerin Angela Merkel (64) für den Partei-Vorsitz ausgesprochen.

Die ranghohen CDU-Politiker Reiner Haseloff (64) und Ralph Brinkhaus (50) sprechen sich weiterhin für Angela Merkel (64) als CDU-Vorsitzende aus. (Bildmontage)
Die ranghohen CDU-Politiker Reiner Haseloff (64) und Ralph Brinkhaus (50) sprechen sich weiterhin für Angela Merkel (64) als CDU-Vorsitzende aus. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Seine Erwartung sei, dass Merkel beim Parteitag in Hamburg Anfang Dezember antrete und "auch klar gewählt wird", sagte EU-Kommissar Günther Oettinger (65) am Montag vor Sitzungen der CDU-Spitze in Berlin.

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (64), sagte auf eine entsprechende Frage: "Ja natürlich, wer soll denn sonst antreten?"

Zuvor hatte schon NRW-Regierungschef Armin Laschet (57) gesagt, er erwarte, dass Merkel wiedergewählt werde.

Haseloff sagte, nach dem Warnschuss aus Bayern müsse es in der großen Koalition einen anderen Umgang miteinander geben: "Demokratie lebt auch vom Streiten. Die Frage ist nur, wie macht man das zwischenmenschlich."

Auch Günther Oettinger (65) und Armin Laschet (57) stehen hinter Merkel. (Bildmontage)
Auch Günther Oettinger (65) und Armin Laschet (57) stehen hinter Merkel. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Wichtig sei nun die Sacharbeit. "Wenn wir keine Neuwahlen riskieren wollen, müssen wir zu Ergebnissen kommen", mahnte Haseloff. Nach der Landtagswahl in Hessen in zwei Wochen brauche man darüber einen Konsens. Im Bundesrat müsse man zudem gemeinsam mit den Grünen zu Gesetzesänderungen kommen.

Auch der neue Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (50, CDU) weiß, was die Stunde geschlagen hat: "Die Lehre ist, dass wir jetzt ganz schnell liefern müssen. Wir haben große Projekte vor uns." Als Beispiele er Themen wie den Kita-Ausbau oder die Rente.

Oettinger sagte mit Blick auf eine mögliche vorgezogene Neuwahl: "Aus der europäischen Warte kann ich nur hoffen, dass Deutschland eine Regierung behält."

Er sei sehr besorgt, dass in den nächsten Monaten bis zur Europawahl im Mai 2019 zu wenig geschehe. Deutschland müsse bei allen Rückschlägen mit der Kanzlerin und der großen Koalition Handlungsfähigkeit auf europäischer Ebene zeigen. Deswegen müssten der "Hickhack und die kleinen Streitigkeiten" in Berlin enden.

Noch vor wenigen Tagen hatten sich etwa die beiden CDU-Ministerpräsidenten Volker Bouffier (66, Hessen) und Daniel Günther (45, Schleswig-Holstein) für CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (56) als Kanzler-Kandidatin ausgesprochen (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA (Bildmontage)

Mehr zum Thema Angela Merkel: