Nach Tragödie um Kindstod: Herzlose Flüchtlingsheim-Wachschützer abgezogen

Berlin - Es ist ein Vorfall, der betroffen macht: Der Wachschutz einer Sammelunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Lichtenberg soll einer hochschwangeren Frau die nötige Hilfe verweigert haben – ihr Baby kam tot auf die Welt (TAG24 berichtete). Für die zwei Sicherheitsmitarbeiter gab es personelle Konsequenzen.

 Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (58, Die Linke) bei einem Pressegespräch. (Archivbild)
Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (58, Die Linke) bei einem Pressegespräch. (Archivbild)

Die "Bild-"Zeitung zitiert Tobias Kiwitt, den Anwalt der betroffenen Familie: "Die beiden Security-Mitarbeiter arbeiten nicht mehr in der Flüchtlingsunterkunft."

Damit bestätigte Kiwitt die Aussage von Manfred Nowak, Vorstand der Berliner Arbeiterwohlfahrt (Awo), die die Flüchtlingsunterkunft betreibt: die Männer seien direkt nach dem Vorfall von der Erstaufnahmestelle abgezogen worden.

Ob die Sicherheitsmitarbeiter nun in einer anderen Flüchtlingsunterkunft tätig sind, darüber konnte Kiwitt laut der Zeitung keine Auskunft geben. Er wisse es nicht.

Die 23-jährige Frau und ihr 25-jähriger Ehemann seien Jesiden aus Armenien. Das Ehepaar lebte seit zwei Monaten in Erstaufnahmeeinrichtung in Berlin-Lichtenberg und sei nach Aussagen des Anwalts seit dem tragischen Vorfall stark traumatisiert.

Die Frau leide unter Depressionen und könne ihr Zimmer seit Wochen nicht mehr verlassen. Zudem weine die 23-Jährige, wenn sie ein Baby sehe.

Kiwitt fordert von der Sicherheitsfirma Schadensersatz, Schmerzensgeld und die Übernahme der Beerdigungskosten. Zudem wurde Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet.

Der Senat hat nun die vom Flüchtlingsrat Berlin e. V. geforderte lückenlose Aufklärung angekündigt. "Ein entsetzlicher Vorfall, der viele Fragen aufwirft", erklärte Integrationsstaatssekretär Alexander Fischer (44, Die Linke) am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

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