Tochter (3) mit Schere getötet, um sie zu "erlösen": Mutter muss in Psycho-Krankenhaus

Berlin - Es war ein Familiendrama in Lichtenrade, das für Entsetzen gesorgt hatte. Eine Mutter soll im Februar ihre schlafende Tochter mit einer Schere attackiert und durch Schnitte in den Hals ermordet haben (TAG24 berichtete). Nun ist das Urteil gefallen.

Die Mutter wurde von der Polizei festgenommen. (Symbolbild)
Die Mutter wurde von der Polizei festgenommen. (Symbolbild)  © DPA

Nach dem gewaltsamen Tod eines drei Jahre alten Mädchens in Berlin-Lichtenrade hat das Landgericht die Unterbringung der Mutter in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Die 44-jährige Frau habe im Wahn ihre Tochter mit einer Schere getötet, begründeten die Richter am Dienstag. Die Mutter habe mit Tötungsvorsatz gehandelt, sei aber wegen einer Psychose nicht schuldfähig gewesen.

Zu dem Drama war es im Februar 2019 in der Wohnung der Familie gekommen. Gegen 21.20 Uhr habe sich die Frau in das Schlafzimmer begeben, wo ihr Ehemann und die gemeinsame Tochter bereits schliefen, hieß es im Urteil weiter.

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Die Frau habe unter Wahnvorstellungen gelitten. "Sie wollte ihr Kind in eine andere Welt bringen." Für die Dreijährige kam jede Hilfe zu spät (TAG24 berichtete).

Die Frau ist den Angaben zufolge seit mehr als zehn Jahren an einer Schizophrenie erkrankt. Im Frühjahr 2018 sei eine Umstellung der Medikamente erfolgt – unter anderem wegen einer erheblichen Gewichtszunahme, so das Gericht. Ob das richtige Mittel ausgewählt wurde, sei zweifelhaft. "Tragisch ist, dass die Verschlimmerung der Psychose nicht bemerkt wurde", sagte der Vorsitzende Richter.

Die studierte Germanistin hatte unter Tränen gestanden und erklärt, sie habe gedacht, sie müsse ihrer Tochter helfen und sie "erlösen". Die Frau befindet sich seit der Tat im sogenannten Maßregelvollzug. Auch Staatsanwältin und Verteidigerin hatten sich für eine weitere Unterbringung der Frau in der Psychiatrie ausgesprochen.

Rettungskräfte brachten das schwerverletzte Mädchen ins Krankenhaus, konnten sie aber nicht mehr retten. (Symbolbild)
Rettungskräfte brachten das schwerverletzte Mädchen ins Krankenhaus, konnten sie aber nicht mehr retten. (Symbolbild)  © 123RF

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