Sexpartys mit Minderjährigen: Wie viel hat die Polizei gewusst?

Berlin - In einem Berliner Bordell im Stadtteil Mariendorf sollen minderjährige Mädchen auf sogenannten Gangbang-Partys, bei denen mehrere Männer gleichzeitig mit einer Frau Sex haben, missbraucht worden sein, wie der Focus in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Im Bordell sollen minderjährige Mädchen für Gurppensex angeboten worden sein. (Symbolbild)
Im Bordell sollen minderjährige Mädchen für Gurppensex angeboten worden sein. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Für nicht einmal 100 Euro konnten die Männer so viel Sex haben, wie sie wollten, quasi eine Sex-Flatrate. Der Betreiber wurde nach langen Ermittlungen verhaftet und verurteilt, doch der Weg dahin war scheinbar gar nicht so einfach.

Laut dem Bericht wird nun nämlich das zuständige Landeskriminalamt verdächtigt, die Ermittlungen in dem Fall behindert zu haben. So erhebt eine Ermittlerin schwere Vorwürfe gegen ihre Kollegen.

Sie nahm sich dem Fall an und soll bereits bei der Beantragung einer Telefonüberwachung auf Widerstand einer Vorgesetzten gestoßen sein.

Die erklärte der Ermittlerin scheinbar genervt, dass so eine Vorgehensweise in dem Kommissariat grundsätzlich nicht durchgeführt werde.

Trotzdem schaffte die Ermittlerin es, die Telefonüberwachung durch eine Staatsanwältin anordnen zu lassen, musste dann aber alle Dateien (2972 Gespräche und 1600 SMS) alleine auswerten.

Marcel Luthe fordert von Polizeipräsidentin Barbara Slowik eine schnelle Aufklärung.
Marcel Luthe fordert von Polizeipräsidentin Barbara Slowik eine schnelle Aufklärung.  © DPA (Bildmontage)

Die Hartnäckigkeit der Polizistin zahlte sich jedoch aus, als es dann nach einem Jahr zur Razzia kam. Das Mobile Einsatzkommando, das als Unterstützung dienen sollte, sprang jedoch kurz vor dem Einsatz wieder ab. Der Grund dafür ist bis heute nicht klar.

Während der Razzia entpuppte sich dann ein Stammfreier als Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND). Sein Arbeitgeber wurde darüber jedoch nicht informiert und der Mann kam ohne Aktenvermerk davon.

Marcel Luthe, Innenpolitischer Sprecher der FDP im Abgeordnetenhaus, fordert nun eine Aufklärung der Vorwürfe. "Die neue Polizeipräsidentin muss diesen ungeheuerlichen Vorwürfen nachgehen und diese vollständig aufklären", so Luthe gegenüber dem Berliner Kurier.

"Wenn derartige Hinweise beim LKA tatsächlich liegen bleiben, muss die gesamte Organisation und Führung dort auf den Prüfstand, auch im Parlament."

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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