Das war's! "Sündenbock" Özil nicht mehr in deutscher Nationalmannschaft

Berlin - Mesut Özil tritt aus der Fußball-Nationalmannschaft zurück.

Mezut Özil hat am Sonntagabend seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft bekanntgegeben.
Mezut Özil hat am Sonntagabend seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft bekanntgegeben.  © Federico Gambarini/dpa

Der 29 Jahre alte Weltmeister von 2014 zog in seiner Erklärung am Sonntag via Twitter damit die Konsequenzen aus der öffentlichen Kritik und den Attacken wegen seiner Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor der WM.

Erst am Sonntagvormittag hatte er sich in einem Statement an seine Fans und Kritiker gewandt und die Aktion mit dem Erdogan-Foto verteidigt (TAG24 berichtete)

Im Zorn kehrt Weltmeister Mesut Özil also der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den Rücken.

Tief verletzt brach der 29-Jährige am Sonntag sein wochenlanges Schweigen und wehrte sich gegen seine Rolle als WM-Sündenbock in der seit Mai schwelenden Affäre um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (TAG24 berichtete).

Mesut Özil fühlt sich vom Deutschen Fußball-Bund und vor allem dessen Präsident Grindel schlecht behandelt

Dieses Foto war für viele der Stein des Anstoßes.
Dieses Foto war für viele der Stein des Anstoßes.

Seine dreiteilige Erklärung gipfelte am Abend in einer persönlichen Attacke gegen DFB-Chef Reinhard Grindel und seinem Rücktritt aus dem DFB-Team, für das Özil als einer der Lieblingsschüler von Joachim Löw bis zum verkorksten WM-Sommer 2018 insgesamt 92 Länderspiele bestritten hatte.

"Mit schwerem Herzen und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen, so lange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre!", schreibt Özil.

"Ich werde nicht länger als Sündenbock dienen für seine Inkompetenz und seine Unfähigkeit, seinen Job ordentlich zu erledigen", betonte Özil an die Adresse von Grindel.

Nahezu zeitgleich mit seiner Twitter-"Veröffentlichung" trat Özil am Sonntag mit dem FC Arsenal eine Reise nach Singapur an.

Dort gehen die Gunners auf Werbetour und treffen in einem Freundschaftsturnier im National-Stadion am Donnerstag auf den Europa-League-Sieger Atlético Madrid und am Samstag auf den französischen Fußballmeister Paris Saint-Germain.

Özil fühlt sich von Präsident Grindel schlecht behandelt.
Özil fühlt sich von Präsident Grindel schlecht behandelt.  © DPA

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa


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