Mann in Berlin erschossen: War es ein Auftragsmord?

Berlin - Mit zwei Schüssen in den Kopf soll ein 49-Jähriger den Georgier Zelimkhan K. in Berlin-Moabit getötet haben - ein Auftragsmord?

Ein Mann hat in Berlin-Moabit einen 40-Jährigen mit zwei Schüssen in den Kopf getötet.
Ein Mann hat in Berlin-Moabit einen 40-Jährigen mit zwei Schüssen in den Kopf getötet.  © dpa/Paul Zinken

Das jedenfalls vermuten laut B.Z. die Staatsanwaltschaft und die ermittelnde Mordkommission.

Zum Hintergrund: Das 40 Jahre alte Opfer soll früher in Tschetschenien in hoher Position gegen die russische Besatzung gekämpft haben und nach dem Krieg, welcher von 1999 bis 2009 andauerte, für eine dem georgischen Innenministerium zugehörigen Anti-Terroreinheit gearbeitet haben.

Der Mord wird als Rache für Zelimkhan K.s Teilnahme an einer Operation gegen islamistische Geiselnehmer in der Lopota-Schlucht gewertet, bei welcher im Jahr 2012 14 Menschen ums Leben kamen.

Die Familie des Opfers berichtete in der "B.Z. am Sonntag", es habe bereits mehrere Anschläge auf den Mann gegeben. Nach einem Mordanschlag in Tiflis sei der Mann aus Georgien geflohen und habe seitdem "unter Schutzidentität" in Berlin gelebt.

Die Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion. Nach langer Flucht vor Krieg und Terror leben heute ethnische Tschetschenen in aller Welt verstreut.

Beamte der Spurensicherung sichern in einem Faltpavillon Spuren am Tatort.
Beamte der Spurensicherung sichern in einem Faltpavillon Spuren am Tatort.  © dpa/Paul Zinken

Nach dem Zerfall der Sowjetunion verhinderte Moskau eine Abspaltung des Gebietes in zwei brutalen Kriegen mit Zehntausenden Toten.

Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen. Im islamisch geprägten Tschetschenien mit etwa 1,3 Millionen Einwohnern herrscht der kremltreue Republikchef Ramsan Kadyrow. Kritiker werfen ihm schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Bürgerrechtler beklagen ebenfalls eine Herrschaft mit mafiösen Clan-Strukturen und korrupten Beamten.

Zur Tat: Am Freitagmittag gegen 12 Uhr näherte sich der Täter seinem Opfer im Kleinen Tiergarten von hinten auf einem Fahrrad und feuerte zwei gezielte Schüsse auf den Kopf des Mannes. Anschließend floh er auf seinem Rad.

Anschließend entsorgte er die Tatwaffe, sein Rad und seine Perücke in der Spree, wurde dabei jedoch laut Informationen der Zeitung von zwei 17-Jährigen beobachtet, welche sich umgehend bei der Polizei meldete und so die Festnahme des Tatverdächtigen ermöglichten.

Gegen den 49-Jährigen wurde ein Haftbefehl wegen Mordes aus Heimtücke erlassen worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Samstagabend auf Twitter mit.

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