Nach Kopfschuss-Mord in Berlin: Polizei sucht Zeugen und Hinweise

Berlin - Die Bluttat in Berlin-Moabit sorgte deutschlandweit für Aufsehen: Nach den tödlichen Schüssen auf den Tschetschenen Zelimkhan Khangoschwili (40) aus Georgien sucht die Polizei nun nach Menschen, die den mutmaßlichen Täter kennen oder vor der Tat in Berlin gesehen haben.

Die Polizei veröffentlichte ein Polizei des mutmaßlichen Mörders, der derzeit in U-Haft sitzt.
Die Polizei veröffentlichte ein Polizei des mutmaßlichen Mörders, der derzeit in U-Haft sitzt.  © Polizei Berlin

Dazu veröffentlichte sie am Dienstag ein Foto des Verdächtigen, einen 49-jährigen Russen. Die Polizei zeigte auch Bilder eines Fahrrads und eines E-Tretrollers.

Mit dem Rad flüchtete der Täter nach den Schüssen auf den 40-Jährigen am 23. August. Bevor er auf den in der Nähe bereitgestellten E-Tretroller umsteigen konnte, nahm die Polizei ihn fest.

Das Foto zeigt den Verdächtigen mit Glatze und Schnurr- und Kinnbart.

Die Polizei fragt:

  • Wer hat den Beschuldigten zwischen dem 20. August 2019 und der Tat am 23. August 2019 gesehen?
  • Wer kann Hinweise zu seinen Aufenthaltsorten in diesem Zeitraum geben?
  • Wer kennt den Beschuldigten?

Außerdem geht es um ein schwarzes Mountainbike der Firma Commencal und einen E-Scooter (VOLTeBoard M400 pro).

Nach Zeitungsberichten gibt es Verbindungen des mutmaßlichen Mörders zu einem russischen Geheimdienst. Der "Spiegel" berichtete, die Nummer seines falschen Reisepasses führe zu einer Einheit im Moskauer Innenministerium, die in der Vergangenheit bereits Dokumente für den Militärgeheimdienst GRU ausgestellt habe.

Ein Sprecher der russischen Regierung sagte: "Dieser Fall hat natürlich nichts mit dem russischen Staat und seinen Behörden zu tun."

Opfer soll islamistischer Gefährder gewesen sein

Abgebildeter E-Scooter: Detailaufnahmen zeigen das vermeintliche Fluchtmittel des mutmaßlichen Mörders.
Abgebildeter E-Scooter: Detailaufnahmen zeigen das vermeintliche Fluchtmittel des mutmaßlichen Mörders.  © Polizei Berlin

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe verfolgt die Ermittlungen sehr genau. Man habe "die Sache im Blick", sagte ein Sprecher.

Die Bundesanwaltschaft wäre zuständig, wenn es den konkreten Verdacht gäbe, dass hinter der Tat der "Geheimdienst einer fremden Macht" stehen könnte.

Das Mordopfer soll nach verschiedenen Berichten Anfang der 2000er-Jahre auf der Seite muslimischer Tschetschenen gegen Russland gekämpft haben. Auf den Mann habe es im Mai 2015 in der georgischen Hauptstadt Tiflis einen Mordanschlag gegeben. Er überlebte demnach verletzt und flüchtete aus Georgien.

Die Berliner Polizei hatte ihn eine Zeit lang als "islamistischen Gefährder" auf dem Schirm.

Das Foto zeigt Fahrrad des Beschuldigten, mit dem er geflüchtet sein soll.
Das Foto zeigt Fahrrad des Beschuldigten, mit dem er geflüchtet sein soll.  © Polizei Berlin

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