Nach Kuss in Moskau: Putin-Politiker ätzt gegen Rammstein

Berlin - Es war ein Bild, das um die Welt ging und für das es haufenweise Lob gab: Die Rammstein-Musiker Richard Zven Kruspe (52) und Paul Landers (54) drückten sich bei ihrem Moskau-Auftritt einen Kuss auf die Lippen – eine Aktion, die sie am Freitag in Sankt Petersburg wiederholen sollten. Damit setzten die Brachial-Rocker ein Zeichen gegen die Unterdrückung der LGBTI-Gemeinschaft. Doch das stößt nicht überall auf Gegenliebe.

 Till Lindemann, Frontsänger der deutschen Rockband Rammstein, singt auf der Tour 2019.
Till Lindemann, Frontsänger der deutschen Rockband Rammstein, singt auf der Tour 2019.  © Boris Roessler/dpa -

Das politische Statement dauerte nur zwei Sekunden an – zwei Sekunden zu lang, findet der Duma-Abgeordnete Witali Milonow (45).

Im Gespräch mit dem russischen Radiosender "NSN" verurteilte der Putin-Politiker diesen Akt der Freiheit aufs Schärfste: "Wenn sie es für möglich halten, sich derartig aufzuführen, dann sollten wir es auch für möglich halten, uns von solchem Müll fernzuhalten."

Doch damit war die Wut-Rede des Hardliners noch nicht beendet und er verwies auf "anständige Interpreten" aus Europa, die seiner Meinung nach nicht solch vermeintlich skandalösen Gebärden an den Tag legen.

Milanows Urteil: Die Band-Mitglieder sind in seinen Augen "Idioten" und er ätzte weiter: "Wenn sie sich küssen wollen, sollen sie das in der Ukraine tun."

Zuvor sorgte Rammstein-Drummer Christoph Schneider (53) bei einem Auftritt im südpolnischen Chorzow für Aufsehen. Der 53-Jährige ließ sich in einem Schlauchboot über die Köpfe der Fans tragen und schwenkte dabei eine riesige Regenbogenfahne.

Es ist nicht das erste Mal, dass der russische Homo-Hasser Negativschlagzeilen unter seinem Namen verbuchen kann. So hatte er 2015 einen Trotzanfall, als sich zwei lesbischen Aktivistinnen in einem Flugzeug küssten und ein Selfie davon im Netz teilten.

Zudem zeigte er Pop-Ikone Madonna (60) an. Der Vorwurf: Homosexuellen-Propaganda. Milanow will sogar das alleinige Reden über Homosexualität in Russland verbieten lassen.

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