Große Rocker-Demo: Darum wollen Hunderte Hells Angels durch Berlin knattern

Berlin - Da rollt etwas auf Berlin zu! Die berüchtigte Rocker-Gang Hells Angels mit ihren häufig kriminellen Angehörigen will mit einer großen Motorrad-Demo gegen das Verbot ihrer Vereinsabzeichen protestieren.

Wie bei der Demo auf der Berliner B1 am 9. September 2017 wird es auch ein Jahr später wieder aussehen. (Archiv)
Wie bei der Demo auf der Berliner B1 am 9. September 2017 wird es auch ein Jahr später wieder aussehen. (Archiv)  © dpa/Soeren Stache

Am 8. September um 17 Uhr wollen die Rocker auf ihren schweren Harley-Davidsons vom Stadtteil Biesdorf zum Großen Stern und wieder zurück fahren – eine Strecke von insgesamt rund 32 Kilometern.

Am Brandenburger Tor soll es eine Kundgebung geben. Das Motto der Demonstration lautet "Freedom is our Religion".

Vor einem Jahr nahmen laut Polizei etwa 460 Rocker und Unterstützer teil, in diesem Jahr sind 400 Teilnehmer angemeldet.

Laut einem seit 2017 geltenden Gesetz dürfen die Hells Angels Vereinsabzeichen wie den geflügelten Totenkopf nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen (TAG24 berichtete).

Grund für die Regelung war, dass Vereinigungen insbesondere im Bereich krimineller Rockergruppierungen einen "Deckmantel für vielfältige Formen der schweren und organisierten Kriminalität" bieten können.

Auch der geflügelte Totenkopf der Hells Angels ist in Berlin als Vereinsabzeichen verboten.
Auch der geflügelte Totenkopf der Hells Angels ist in Berlin als Vereinsabzeichen verboten.  © dpa (Symbolbild)

Vor einem Jahr hatte die Polizei vor Beginn der Demonstration 622 Menschen kontrolliert, 15 Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Vereins- und das Arzneimittelgesetz eingeleitet und sieben Motorräder wegen nicht erlaubter Umbauten und sonstiger technischer Mängel sichergestellt. 200 Polizisten waren im Einsatz.

Die meisten Rocker waren überwiegend in Schwarz gekleidet – jedoch ohne erkennbare Abzeichen. Den Nummernschilder zufolge waren die Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist.

Nach Einschätzung der Polizei sind die Hells Angels besonders im Rauschgifthandel, bei der Schutzgelderpressung und der Zuhälterei aktiv.

Bereits seit Ende 2014 sitzen einige Mitglieder der Gruppe auf der Anklagebank im einem Mordprozess vor dem Berliner Landgericht (TAG24 berichtete). Sie werden beschuldigt, im Januar 2014 in einem Berliner Wettbüro einen 26-jährigen Mann erschossen zu haben.

Politik und Justiz sind Rocker-Vereinigungen schon lange ein Dorn im Auge: Erst Anfang Juli hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (69, CSU) die gefürchteten "Osmanen Germania" verbieten lassen (TAG24 berichtete).

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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