Müll, Dreck, Dixie-Klo: Chaotische Zustände im neuen Theater an der Museumsinsel

Berlin - Das hölzernde Amphitheater mit seiner Strandbar und der kleinen Tanzfläche gegenüber dem Bodemuseum gehörte über 20 Jahre zu Berlins beliebtesten Spielstätten. Die Atmosphäre: Unbezahlbar! Doch das Theater ist weg und den Verlust spüren Berliner und Touristen gleichermaßen.

Die Zustände hinter dem Theater sind unhaltbar!
Die Zustände hinter dem Theater sind unhaltbar!  © privat

Eine Verabredung im Monbijou-Theater war im Sommer immer ein Garant für einen schönen Abend. Doch damit war quasi über Nacht Schluss! Der bisherige Betreiber, Christian Schulz, wurde vor vollendete Tatsachen gestellt, dass ein neuer Betreiber nun die Parkfläche an der Museumsinsel nutzen dürfe (TAG24 berichtete).

Auf welcher Grundlage das Vergabeverfahren entschieden wurde, darüber schweigen sich der Bezirk und die BVV Mitte sowie die Humboldt-Universität noch immer aus (TAG24 berichtete).

Doch das ist noch längst nicht alles! Die Macher des Theaters an der Musemsinsel verkündeten, alles werde schöner, die Kulisse opulent und die improvisierten Zustände seien nur kurzfristig. Gekommen ist am Ende alles anders!

Das Theater ist viel kleiner und besteht aus einem Holzzaun, Kronleuchter, Bierbänken und ausgelegten Teppichen, die die Bühne darstellen.

Die gebotenen Stücke "Faust" und "Die Vögel" kommen beim Publikum eher mäßig an. Bei "Faust" gebe es "weder eine erkennbare Handlung noch Figuren. Das Publikum reagiert verhalten. Kein Vergleich zu den Beifallsstürmen, die man im Monbijoupark im vorigen Jahr erleben konnte. Damals stand das alte Theater noch", berichtet "rbb Kultur" (Ausgabe: 22. Juli 2019).

Aus den Plänen des neuen Betreibers, ein schlossähnliches Theater zu errichten, ist nichts geworden! Die Behörden ließen zwar den Betreiber-Wechsel zu, machten den Neuen dann aber einen Strich durch die Rechnung: Es wurden nur ein Zaun und ein Container für die Theater-Bar genehmigt.

Entsprechend improvisiert wirkt das Ganze nun. Daran ändern auch die Inszenierungen nichts. Viele Zuschauer sind enttäuscht, die Vorstellungen oft schlecht besucht. Doch auch das ist noch nicht alles!

Hinter dem Theater entsorgte Plastikstühle gammeln vor sich hin.
Hinter dem Theater entsorgte Plastikstühle gammeln vor sich hin.  © privat

Angeblich gab es bei der BVV Mitte Beschwerden gegen Monbijou-Theaterchef Christian Schulz unter anderem wegen mangelnder Sauberkeit und Hygiene. Das jedenfalls behauptet der Bezirksverordnete Sven Diedrich (Die Linke) gegenüber dem rbb.

TAG24 ist bekannt, dass Diedrich mindestens im vergangenen Sommer immer wieder nach den Theater-Vorstellungen des damaligen Monbijou-Theaters mit den nun neuen Betreibern feierte. "Er hat den Putsch im Park gegen Christian Schulz mit eingefädelt", heißt es bei der "Berliner Woche".

Umso verwunderlicher sind die Zustände, die nun herrschen: Hinter dem Theater türmen sich Müllberge und leere Flaschen, ausrangierte Plastikstühle, Getränkekiste und Holzpaletten gammeln erbärmlich vor sich. Als stilles Örtchen wurde mit einem Dixie-Klo-Container improvisiert.

Hygienische Mängel habe es bei ihm nicht gegeben, alles Lüge sagt Schulz. Für seine Glaubwürdigkeit spricht, dass Beschwerden etwa über mangelnde Sauberkeit und Lärm sowie Gerüchte um angeblich nicht gezahlte Schauspieler-Gehälter erst auftauchten, als die neuen Betreiber die Zusage bekamen.

Kein schöner Zustand: Das improvisierte Theater an der Museumsinsel.
Kein schöner Zustand: Das improvisierte Theater an der Museumsinsel.  © privat

Die unhaltbaren Zustände hinter der Bühne:

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Titelfoto: privat

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