Das sind die Folgen des Passagier-Booms auf neuer ICE-Strecke Berlin-München

Berlin/München - Die neue ICE-Strecke Berlin-München lässt mehr Reisende auf die Bahn umsteigen – und nicht nur Geschäftsleute (TAG24 berichtete). In dem halben Jahr seit der Eröffnung im Dezember nutzten zwei Millionen Fahrgäste die Verbindung, wie die Bahn am Freitag mitteilte.

Der ICE zwischen den Metropolen Berlin und München boomt.
Der ICE zwischen den Metropolen Berlin und München boomt.  © DPA

Dies seien mehr als doppelt so viele, wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum und zudem mehr als erwartet.

Fernverkehrschefin Birgit Bohle (45) sprach von einem bemerkenswerten Erfolg und bekräftigte, von Dezember an mehr Züge zwischen beiden Städten fahren zu lassen – fünf Sprinter pro Richtung statt wie bisher drei.

Die Fahrzeit zwischen Berlin und München war durch die neue Strecke von sechs Stunden auf rund vier Stunden im Sprinter gesunken.

Normale ICE mit häufigeren Stopps brauchen mindestens 4:25 Stunden. Auf den 623 Kilometern über Erfurt fahren die Züge mit bis zu Tempo 300. Der Neu- und Ausbau der Gesamtstrecke hatte zehn Milliarden Euro gekostet.

Bahn verkauft 15.000 Tickets täglich

Täglich verkaufe die Bahn 15.000 Fahrkarten für die Verbindungen entlang der neuen Strecke, sagte Bohle. Nach einem halben Jahr hält die Bahn damit Kurs auf ihr Ziel, die Zahl der Fahrgäste zwischen Berlin und München im Gesamtjahr auf 3,6 Millionen zu verdoppeln.

Das wirkt sich auch auf die bundesweiten Zahlen aus. Von Januar bis April zählte die Bahn insgesamt drei Prozent mehr Fahrgäste als im Vorjahreszeitraum, wie Konzernchef Richard Lutz (54) am Wochenende bekannt gab.

Der Umsatz stieg demnach sogar um sieben Prozent, weil nach Konzernangaben durchschnittlich längere Fahrten gebucht wurden und weil die Bahn pro Kunde mehr verdiente: Sie bot ihnen etwa bei der Buchung für schwach ausgelastete Züge zu relativ geringen Aufpreisen Erste-Klasse-Plätze.

Nach Bohles Angaben ist die Bahn auf der neuen Prestige-Strecke überdurchschnittlich pünktlich. 84 Prozent der Züge fahren spätestens in weniger als sechs Minuten nach der Fahrplanzeit in den Bahnhof ein - damit sind sie nach Bahn-Definition pünktlich. Im gesamten Fernverkehr lag die monatliche Quote von Januar bis April zwischen 82 Prozent und 75,3 Prozent.

Auch die Konkurrenz ist scharf auf die lukrative Strecke Berlin-München: Der private Anbieter Flixtrain hat beantragt, von Dezember an dort fahren zu dürfen, zunächst einmal täglich Hin und Zurück.

Titelfoto: DPA


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