Blutwurst-Gate auf Islam-Konferenz in Berlin

Von Björn Strauss

Berlin/München - Seit Donnerstag sind Blutwurst-Liebhaber verunsichert. Die beim Catering auf der Islam-Konferenz gereichte Delikatesse stößt so manchem noch immer bitter auf. Jetzt hat das Bundesinnenministerium reagiert!

Am Mittwoch kam die Deutsche Islam-Konferenz in Berlin zusammen.
Am Mittwoch kam die Deutsche Islam-Konferenz in Berlin zusammen.  © DPA

Am Mittwoch kam die Deutsche Islam-Konferenz in Berlin zusammen. Dabei ging es beispielsweise um ausländische Einflussnahme auf die Gemeinden - und "Probleme des Islam".

Heimatminister Horst Seehofer (CDU, 69) wollte "alltagspraktischen Fragen des Zusammenlebens" in Deutschland in den Mittelpunkt stellen. Thema war auch, "wie sich der muslimische Glaube und die mit ihm verknüpften Überzeugungen und Bräuche mit der in Deutschland gewachsenen Kultur und den Werten unserer Gesellschaft im Alltag besser in Einklang bringen" ließe.

In den Mittelpunkt aber geriet: Wurst! Konkret: Blutwurst.

Denn diese ist eine Kochwurst aus Schweineblut, Speck, Schwarte, Schweinefleisch und Gewürzen (Salz, Pfeffer, Majoran, Thymian, Piment und Ingwer). Sie gilt als eine der ältesten Wurstarten, da sie bereits in Homers Odyssee erwähnt wird. So weit, so Wurst.

Allerdings ist es aus Sicht einiger ein Affront, auf einer Islam-Konferenz Schweinefleisch zu kredenzen. Dieses gilt unter Muslimen als unrein. Fleisch des Schweins gehört laut Koran zu den verbotenen Speisen. Für Muslime ist es nicht erlaubt, Fleisch von verendeten Tieren, Blut oder eben Schweinefleisch zu verzehren.

Hat das ausrichtende Ministerium - Seehofers Bundesinnenministerium - das nicht gewusst?

Reichhaltiges Büfett auf der Islam-Konferenz

Horst Seehofer wollte "alltagspraktischen Fragen des Zusammenlebens" in Deutschland in den Mittelpunkt stellen. Aber im Fokus Stand Wurst.
Horst Seehofer wollte "alltagspraktischen Fragen des Zusammenlebens" in Deutschland in den Mittelpunkt stellen. Aber im Fokus Stand Wurst.  © DPA

Tuncay Özdamar (Journalist) machte auf Twitter mit folgenden Worten auf die Wurst-Gabe aufmerksam: "Auf der #Islamkonferenz gestern in Berlin gab es wieder Schweinefleisch auf dem Buffet. Es wurde Blutwurst serviert. İnşallah halal. Welches Zeichen will Seehofers Innenministerium damit setzen?

Ein wenig Respekt vor Muslimen, die kein Schweinefleisch essen, wäre angebracht."

Über die angebliche Un-Vielfalt auf dem Büfett machte sich auch Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen, von 1994 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages) her und forderte Respekt: "Bei der Protokollabteilung des @BMI_Bund war essenstechnisch in puncto Respekt in der Tat noch Luft nach oben. Vielfalt wahrnehmen heißt auch unterschiedliche Gewohnheiten berücksichtigen."

Seehofers Ministerium sah sich gezwungen, auf die in der Öffentlichkeit viel diskutierte Wurst-Sache zu reagieren und gab bekannt:

"Die Speisenauswahl für die Abendveranstaltung der DIK erfolgte mit Blick auf die religiös-plurale Zusammensetzung der DIK. Dabei wurde auf ein ausgewogenes Angebot, bestehend aus insgesamt 13 verschiedenen Speisen (sowohl halal und vegetarische, als auch Speisen mit Fleisch und Fisch), und Getränken geachtet. Das Buffet war deutlich ausgezeichnet und das Personal war instruiert, um zu den einzelnen Speisen auskunftsfähig zu sein.

Sollten sich einzelne Personen dennoch in ihren religiösen Gefühlen gekränkt gesehen haben, bedauern wir dies." Also für jeden war etwas dabei... Ende gut, alles gut!

Titelfoto: DPA

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