So spektakulär lief der 100-Kilo-Münzraub wirklich ab

Mitarbeiter heben die 100 Kilo schwere Münze an ihren Platz. Das Bild zeigt ein Exemplar in Wien.
Mitarbeiter heben die 100 Kilo schwere Münze an ihren Platz. Das Bild zeigt ein Exemplar in Wien.  © DPA

Berlin - Es klingt wie aus einem schlechten Gangster-Film. Denn die Diebe, die aus dem Berliner Bode-Museum eine 100-Kilo-Münze klauten (TAG24 berichtete), bedienten sich ganz einfacher Hilfsmittel.

Alles, was sie brauchten, war eine Leiter, eine Schubkarre und ein Seil. Und schon war der Millionen-Coup perfekt.

Über eine Leiter gelangten die Diebe über die Seite der Bahnstrecke in das Museums-Innere. Von dort aus mussten sie noch einen Weg von knapp 100 Metern zurücklegen. Das Kuriose: Es wurde kein Alarm ausgelöst.

Als die Täter im Münzkabinett angekommen waren, zerstörten sie "mit brachialer Gewalt" die Vitrine aus Panzerglas, wie Polizeisprecher Winfried Wenzel auf einer Pressekonferenz mitteilte. Danach ließen sie die Münze "Big Maple Leaf", die Queen Elizabeth II. zeigt, mitgehen. Bislang ist noch völlig unklar, warum bis zu diesem Zeitpunkt kein einziger Alarm anschlug.

Mithilfe einer Schubkarre transportierten die Täter die Münze nach draußen. Offenbar flüchteten die Täter zur nächsten Bahnbrücke und seilten sich dort nach unten ab. Gut möglich, dass unten ein Fluchtauto wartete.

Die Grafik zeigt den möglichen Beutezug der Diebe.
Die Grafik zeigt den möglichen Beutezug der Diebe.  © DPA

Ob die Täter Mithelfer im Museum hatten, ist bislang unklar. Komisch ist allerdings, dass das Fenster, durch das die Täter sich Zugang zum Inneren verschafften, zu den Umkleidekabinen der Sicherheitsmitarbeiter gehörte. Die Täter mussten sich in jedem Falle im Gebäude gut ausgekannt haben.

Die Schubkarre wurde auf der Brücke gefunden. Laut Wenzel muss die 100-Kilo-Münze beim Abtransport beschädigt worden sein. An einem Bahndamm wurden Spuren gefunden, die beweisen, dass die Münze aus einer Höhe von drei bis vier Metern aufgeschlagen sei. "Ob das ein kontrollierter Wurf war, um das Absteigen über die Leiter zu vermeiden, oder ein kurzzeitiger Kontrollverlust der Täter, wissen wir nicht", so Wenzel.

Doch was können die Täter mit der Münze anfangen? Bei dem öffentlichen Interesse wird ein Verkauf der Münze für die Täter sehr schwierig. Außerdem gibt es auf der ganzen Welt insgesamt nur fünf Exemplare. Zwar könne die Goldmünze eingeschmolzen werden, durch die hohe Schmelztemperatur von Gold wäre das aber eine große Herausforderung für die Diebe.

Dennoch würden die Täter damit jede Menge Geld machen, denn die Münze hat einen beachtlichen Materialwert von 3,74 Millionen Euro. Die Polizei sucht jetzt mit Hochdruck nach neuen Erkenntnissen zum Diebstahl.

Die Staatlichen Museen in Berlin haben unterdessen ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Das Bode-Museum im Herzen von Berlin. Dort klauten die Diebe die wertvolle Goldmünze.
Das Bode-Museum im Herzen von Berlin. Dort klauten die Diebe die wertvolle Goldmünze.  © DPA

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