Dank neuer Datenschutzregeln: Bürger werden hellhörig

Berlin - Viele Berliner wollen sich den Missbrauch ihrer persönlichen Daten durch Unternehmen nicht mehr bieten lassen. Seit dem Inkrafttreten neuer europäischer Regeln vor einem Monat nahm die Zahl der Beschwerden bei der Landes-Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk rasant zu.

Dank der neuen Datenschutzregeln, beschweren sich immer mehr Berliner über den Umgang mit ihren Daten. (Symbolbild)
Dank der neuen Datenschutzregeln, beschweren sich immer mehr Berliner über den Umgang mit ihren Daten. (Symbolbild)  © DPA

"An einem Tag gehen jetzt so viele Beschwerden ein wie vorher in zwei Wochen", sagte Behördensprecher Joachim-Martin Mehlitz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Als Schwerpunkte kristallisieren sich demnach der Online-Handel und Lieferdienste für Essen heraus. Die Fälle werden nun geprüft und die Unternehmen um Stellungnahme gebeten.

Im schlimmsten Fall drohen ihnen Geldstrafen. Neben den Beschwerden gibt es viele Anfragen von Unternehmen und Bürgern zum Umgang mit den Regeln der sogenannten EU-Datenschutzgrundverordnung, wie Mehlitz berichtete. "Der Beratungsbedarf ist hoch."

Die EU-Verordnung gilt seit 25. Mai europaweit und soll Bürgern mehr Mitsprache dabei geben, was mit ihren Daten in Unternehmen, Vereinen oder Behörden passiert. Zudem haben Verbraucher ein Auskunftsrecht (TAG24 berichtete).

Viele Bürger seien im Zuge der Berichterstattung über die neuen Regeln stärker in Sachen Datenschutz sensibilisiert, sagte Mehlitz.

"Sie haben davon erfahren, dass es Datenschutz überhaupt gibt, das war vorher bei vielen nicht bekannt."

Titelfoto: DPA


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