Kündigung nach 33 Jahren: Linke Neuköllner Szenekneipe enttarnt Immobilienhai

Berlin - Gentrifizierungs-Hammer im Neuköllner Schillerkiez: Der Kult-Kiezkneipe Syndikat droht das Aus nach 33 Jahren. Inhaber ist eine britische Briefkastenfirma mit 6000 Immobilieneinheiten in Berlin.

Der Hausverwalter von der Deutschen Immobilien Management GmbH stellte bei der Kündigung noch eine Neuverhandlung in Aussicht, zog das aber im September zurück.
Der Hausverwalter von der Deutschen Immobilien Management GmbH stellte bei der Kündigung noch eine Neuverhandlung in Aussicht, zog das aber im September zurück.

Der Aufschrei unter den Anwohnern ist groß: Nach über drei Jahrzehnten soll die Kneipe Syndikat aus der Weisestraße in Berlin-Neukölln verschwinden. Im Juli flatterte die Kündigung ins Haus, Ende 2018 sollen sich die Türen dann für immer schließen.

Weitere Hoffnungen wurden zerschlagen, als die Hausverwaltung im September in Aussicht gestellte Neuverhandlungen zurückzog. Inhaber ist seit 2016 eine britische Briefkastenfirma mit Sitz in Luxemburg.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnte und erst Recherchen des Kollektivs vor Ort ergaben: Die geschätzt sieben Milliarden Euro schwere Pears Group - so der Name des neuen Inhabers - teilt sich Briefkasten und Adresse mit 75 anderen Firmen, wie das Syndikat in einem Newsletter informierte.

Ein Abgleich mit Unterschriften auf zugesandten Vollmachten ergab, dass viele der Firmen dieselben Geschäftsführer haben. Laut eigenen Angaben gehören der Firma Pears Group 6000 Immobilieneinheiten in Berlin.

Eine Einigung auf gerichtlichem Wege ist aussichtslos, da Milieuschutz und Mietpreisbremse bei Gewerbe nicht greift. Ein eigenes Gewerbemietrecht gibt es nicht.

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