Ist das hier eine Moschee auf dem Spielplatz?

Neuköllns Bürgermeisterin Franziska Giffey (39, SPD).
Neuköllns Bürgermeisterin Franziska Giffey (39, SPD).  © DPA

Berlin – In Berlin Neukölln wird derzeit ein Spielplatz gebaut, der – noch bevor ihn das erste Kind betreten hat – die Gemüter erhitzt.

Vor allem der Kletterturm erregt Aufsehen, weil er der Form einer Moschee nachempfunden ist. Er hat eine Kuppel mit Halbmond und Minaretten. Außerdem werden Kamele, ein Turbanträger und ein orientalischer Marktstand aufgebaut.

Die Reaktionen auf diesen orientalisch gestalteten Spielplatz schlagen hohe Wellen, einige sehen darin bereits einen Baustein für den Untergang des Abendlandes. Laut Berliner Zeitung kritisieren Eltern, dass ein Religionsbezug auf Spielplätzen fehl am Platz sei. Es gebe schließlich auch keine Spielplätze mit Synagogen oder Kirchen.

Neuköllns Bürgermeisterin Franziska Giffey verteidigt das Konzept gegenüber der Zeitung. Beim Beteiligungsverfahren zu dem Spielplatz hätten sich die Kinder und Bürger als Thema "Ali Baba und seine Räuber" ausgesucht. Das sei umgesetzt worden. Bei der angeblichen Moschee soll es sich hingegen um eine orientalische Burg handeln.

Im Bezirk gäbe es auch Themen-Spielplätze zu Pippi Langstrumpf oder Käpt'n Blaubär. Sie erklärt, die Diskussion über die Gestaltung sei "an den Haaren herbei gezogen" und es werde eine "vermeintliche Islamisierung Deutschlands herbeigeredet."

Die CDU kritisiert das Konzept des Spielplatzes in der Berliner Zeitung scharf: „Man könnte die Gestaltung natürlich als originell bezeichnen. Oder auch ganz einfach als schwachsinnig. Vermutlich hat sich dieses doch sehr fragwürdige Projekt irgendein Beamter ausgedacht, der meint, er hätte damit einen Beitrag zur Völkerverständigung erreicht", sagte Burkard Dregger, Sprecher der CDU-Fraktion für Integrationspolitik gegenüber der Zeitung.

An dem Spielplatz auf der Walterstraße wird noch gebaut, die Kuppel mit dem Halbmond erregt aber schon jetzt die Gemüter.
An dem Spielplatz auf der Walterstraße wird noch gebaut, die Kuppel mit dem Halbmond erregt aber schon jetzt die Gemüter.  © TAG24

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