Piraten-Chef Kramm wegen Erdogan-Gedicht verhaftet

Berliner Piraten-Chef und Musiker der Grufti-Band „Das Ich“, Bruno Kramm.
Berliner Piraten-Chef und Musiker der Grufti-Band „Das Ich“, Bruno Kramm.

Von Dirk Hein

Berlin - Der Berliner Piraten-Chef und Musiker der Grufti-Band „Das Ich“, Bruno Kramm (48), ist in Berlin verhaftet wurden. Der Vorwurf: Majestätsbeleidigung. Kramm hatte Teile des „Erdogan-Schmägedichtes“ von Jan Böhmermann trotz Verbotes öffentlich vorgelesen.

Als Kramm auf einer Demo in Berlin das Gedicht („Sein Kopf so leer wie seine Eier, der Star auf jeder Gangbang-Feier“) vorlas, griff die Staatsmacht eisern durch.

Der Einsatzleiter der Polizei wies zweimal auf einen Beschluss des Berliner Verwaltungsgerichts vom 14. April hin.

Demnach darf das Gedicht „Schmähkritik“ des Satirikers Jan Böhmermann nicht vor der türkischen Botschaft gezeigt und zitiert werden. Weil Kramm seinen Vortrag nicht stoppte, löste die Polizei die Versammlung auf, führte den Piraten-Chef ab und notierte dessen Personalien.

„Mein Redeskript wurde mir weggenommen und sichergestellt und natürlich auch ein Alkoholtest vor Ort durchgeführt“, so Kramm auf seinem Facebook-Profil.

Die Piraten kritisierten das Vorgehen der Beamten und sprachen von „vorauseilendem Gehorsam“ gegenüber der Türkei.

Kramm ist Berlins Piraten-Chef und zugleich Musiker der 1989 gegründeten Grufti-Band „Das Ich“.

Zusammen mit Sänger Stefan Ackermann provoziert und begeistert Kramm mit seiner unter anderem als „Neue Deutsche Todeskunst“ bekannten dunklen Musik.

Fotos: dpa/Paul Zinken, Youtube: Marsili Cronberg


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